Persönliche Gedanken zum Hl. Geist

Heiliger Geist will die Dreifaltigkeit verlassen!?

Was!? Wie soll ich denn jetzt das Kreuzzeichen machen? So, oder so ähnlich könnten die ersten Gedanken vieler bei dieser Situation sein. Doch eigentlich ist der Heilige Geist viel mehr als nur im Kreuzzeichen. Ohne ihn gäbe es den Glauben vielleicht schon gar nicht mehr. Und deshalb ist es wichtig, nun einmal über seine Fähigkeiten und „Befugnisse“ aufzuklären:

Zuerst kommt einem die Frage, was ist der Heilige Geist, wie zeigt er sich in uns. Der Heilige Geist ist die Kraft Gottes. Das mag jetzt vielleicht etwas seltsam klingen, aber man kann ihn sich vorstellen wie ein Postbote. Denn ein Postbote sorgt dafür, dass wir stets informiert und beruhigt sind, wenn wir alle Briefe/Ratschläge „abgearbeitet“ haben. Genauso handelt auch der Heilige Geist. Er überbringt uns Hilfen und Ratschläge direkt von Gott, damit wir wissen, was wir zu tun haben. Er bewegt und animiert uns so zu handeln, wie es Gott gesagt und Jesus einst vorgelebt hat. Der Heilige Geist begeistert uns. Wer hat es nicht schon mal erlebt, dass man nicht weiß, was man sagen soll, und plötzlich fällt einem der richtige Satz ein. Kann es nicht sein, dass wir in diesem Moment eine Botschaft vom Heiligen Geist empfangen haben?

Natürlich stehen alle drei (der Schöpfer, Jesus und der Heilige Geist) in einer ganz festen Beziehung, der Trinität/Dreifaltigkeit. Diese ist wie eine Aufgabenverteilung, so ist der Schöpfer, den wir als Gott bezeichnen, über uns. Er ist etwas Unvorstellbares, wir können uns aber trotzdem jeder Zeit ihm zuwenden. Jesus ist der „menschgewordene Gott“, der Gott, den wir begreifen, der uns wahrhaftig zeigte, wie man „richtig“ lebt. Er ist wie wir, unser Bruder. Schlussendlich gibt es noch den Heiligen Geist. Dieser ist überall in unserem Alltag zu finden, wir müssen nur wachsam sein. Er verbindet die „mächtigen“ (Gott, Jesus) mit uns. Denn Jesus lebte vor langer Zeit und Gott (Schöpfer) begreifen wir nicht wirklich, also muss es jemanden geben, der uns die „Anweisungen“ von Gott und Jesus „übermittelt“/zuflüstert.

Zum ersten Mal wird dies beim Pfingstwunder in der Bibel deutlich, aber ich bin fest davon überzeugt, dass es auch heute noch Pfingstwunder gibt, auch wenn sie noch so klein sind. Wenn wir eine Botschaft, einen Rat erhalten, wie wir am besten handeln sollen. Das ist der Heilige Geist. Er verbindet Unvorstellbares mit der heutigen Welt und macht uns immer wieder bewusst, dass es Jesus und Gott gibt, die immer helfen und uns einen „Brief“ schicken, wenn wir ihn denn brauchen.

Somit wäre es fatal, wenn nun der Heilige Geist keine „Lust“ mehr hätte, nur weil wir immer nur Gott und Jesus anbeten, ihn aber nicht. Die Trinität ist auf den Heiligen Geist angewiesen. Denn der Heilige Geist sagt uns immer wieder, dass es da noch einen Gott gibt, der immer da ist, wenn wir denn mal zweifeln. Außerdem bewirkt der Heilige Geist durch die „Botschaften“, die er in kleinen Pfingstwundern überbringt, dass wir an Gott glauben und so leben sollen wie Jesus. Wir sollen den Glauben weitergeben. Nur durch diese stetige „Berufung“ durch den Heiligen Geist wird der Glaube durch die Taufe, Kirchgang, etc. weitergegeben. Der Heilige Geist eröffnet uns die Pforte zum Glauben, er überzeugt uns und ist im ständigen Austausch mit Gott. Ohne ihn würden wir nicht mehr glauben und die Welt würde aus dem Ruder laufen. Der Heilige Geist ist unersetzlich und ein wichtiges Mitglied in der Dreifaltigkeit und ein Bindeglied zu uns Menschen. Wenn wir ihn brauchen, handelt er. Ohne ihn gäbe es einen „Black-out“ des Glaubens, denn Gott und Jesus haben viel bewirkt, doch für den „Kontakterhalt“ mit uns Menschen ist einer unersetzlich: Der Heilige Geist.

Haakon Bührer (Lachen-Speyerdorf), Vertreter der Messdiener im Pfarreirat