Hausgottesdienst im Advent 
für Familien mit Kindern

Hinweise zur Vorbereitung und Gestaltung

Gestalten Sie den Raum, in dem die Feier stattfinden soll so, dass er zum gemeinsamen Hören, Beten und Singen einlädt. Stellen Sie den Adventskranz (das Adventsgesteck) in die Mitte und legen Sie eine Bibel dazu.
Machen Sie sich mit der Gottesdienstvorlage vertraut und stellen Sie diese für alle Mitfeiernden bereit (ggf. auch das Gotteslob). Vereinbaren Sie, wer die einzelnen Textabschnitte liest. Eine Kenntnis der Texte, aufgeteilte Rollen, eingeübte Lieder oder durch Instrumente begleiteter Gesang bringen Wort und  Musik besonders zur Geltung.
Bereiten Sie die Blumenzweige vor, auf die jeder seinen Traum vom Frieden schreiben oder malen kann. Die Vorlage zum Ausdrucken finden Sie hier:

 Abkürzungen

A = Alle
S = Sprecher/in
V = Vorbeter/in

Liebe Kinder und Jugendliche, liebe Schwestern und Brüder,

es gibt in der Adventszeit den Brauch, am Gedenktag der heiligen Barbara (4. Dezember) einen Kirsch- oder Forsythienzweig in eine Vase zu stellen. In der Wärme des Hauses treiben im Laufe der Wochen Knospen und um Weihnachten brechen dann Blüten hervor. Der unscheinbare Barbarazweig hat uns vieles zu sagen. Er ist ein Bild unseres Lebens, ein Zeichen der Hoffnung in kalten und dunklen Tagen und vor allem ein Hinweis auf Jesus Christus, den Ursprung des neuen Lebens und den Spross aus der Wurzel Jesse.

Das Thema dieses Hausgottesdienstes zum Advent heißt „Aufblühen“. Das Thema nimmt Bezug auf Jesaja 11,1-10. Darin spricht der Prophet im Bild des jungen Triebes, der aus der Wurzel Isais hervorgeht, vom kommenden Messias. Mit ihm bricht das Reich Gottes an, ein Reich der Wahrheit, der Gerechtigkeit und des Friedens. Schon seit alters wird diese Bibelstelle auf das Kommen Jesu Christi hin gedeutet. Mit der Geburt Jesu Christi ist uns das neue Leben geschenkt. Wenn wir ihn aufnehmen, vor allem in unser Herz lassen, kann seine Gnade in uns zur Entfaltung kommen und in uns wirklich aufblühen. 

Es wird in der bevorstehenden Advents- und Weihnachtszeit darauf ankommen, neu offen zu werden für die Begegnung mit Jesus Christus im Gebet, in der Stille und im Gottesdienst. In diesen Tagen von Corona ist die persönliche Begegnung untereinander nicht möglich, umso wichtiger wird die innere und äußere Verbindung mit der Familie, mit Freunden und Nachbarn, mit Menschen aus der Gemeinde wichtig: durch den Kontakt über das Telefon, einen schriftlichen Gruß oder das Video und auch im Gebet füreinander und dem Denken aneinander. Dann kann trotz allem auch so Gemeinschaft unter uns wachsen, dann dürfen wir in dieser dunklen Zeit dennoch die Freude und das Licht spüren und erfahren, dass der Herr in unserer Mitte ist und uns nicht alleine lässt.

Eröffnung

V1: Wir beginnen unseren Hausgottesdienst:
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
A: Amen.    Alle machen des Kreuzzeichen.-

Lied: Macht hoch die Tür, die Tor macht weit (GL 218, 1.2.4)

Während des Liedes wird die erste Kerze (bzw. die entsprechende Anzahl der Kerzen) am Adventskranz entzündet.

Gebet

V1:  Gott. Dein Wort bringt Licht und Freude in die dunkle Welt. Es macht das Leben reich, es stiftet Frieden und Versöhnung. Gib, dass wir es nicht achtlos überhören. Mach uns aufnahmebereit. Mach, dass wir dein Wort hören und befolgen. Dein Wort soll gute Früchte hervorbringen. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und Leben schenkt in Ewigkeit.

A: Amen.

Schriftlesung aus dem Buch Jesaja (Jesaja 11,1-10)

V2:  Was von Davids Königshaus noch übrig bleibt, gleicht einem abgehauenen Baumstumpf. Doch er wird zu neuem Leben erwachen: Ein junger Trieb sprießt aus seinen Wurzeln hervor. 2 Der Geist des HERRN wird auf ihm ruhen, der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Kraft, der Geist der Erkenntnis und der Ehrfurcht vor dem HERRN.
3 Dieser Mann wird den HERRN von ganzem Herzen achten und ehren. Er richtet nicht nach dem Augenschein und fällt seine Urteile nicht nach dem Hörensagen. 4 Unbestechlich verhilft er den Armen zu ihrem Recht und setzt sich für die Rechtlosen im Land ein. Sein Urteilsspruch wird die Erde wie ein Stockhieb treffen; ein Wort von ihm genügt, um die Gottlosen zu töten.
5 Gerechtigkeit und Treue werden sein ganzes Handeln bestimmen, sie umschließen ihn wie ein Gürtel seine Hüften. 6 Dann werden Wolf und Lamm friedlich beieinanderwohnen, der Leopard wird beim Ziegenböckchen liegen. Kälber, Rinder und junge Löwen weiden zusammen, ein kleiner Junge kann sie hüten.
7 Kuh und Bärin teilen die gleiche Weide, und ihre Jungen liegen beieinander. Der Löwe frisst Heu wie ein Rind.
8 Ein Säugling spielt beim Schlupfloch der Viper, ein Kind greift in die Höhle der Otter.
9 Auf dem ganzen heiligen Berg wird niemand etwas Böses tun und Schaden anrichten. Alle Menschen kennen den HERRN, das Wissen um ihn erfüllt das Land wie Wasser das Meer. 10 In dieser Zeit ist der Trieb, der aus der Wurzel Davids hervorsprießt, als Zeichen für die Völker sichtbar. Sie werden nach ihm fragen, und der Ort, an dem er wohnt, wird herrlich sein.

Gespräch und Aktion

V1: Jesaja hat einen Traum. Er träumt von Frieden. Frieden zwischen den Menschen und den Tieren. Eine tolle friedliche Welt ohne Krieg, Hass und Streit!
Wie stelle ich mir eine so friedliche Welt vor? Wie verhalten sich in dieser Welt die Menschen?

(Die Mitfeiernden tauschen ihre Gedanken aus. Es sind Blütenzweige aus Papier vorbereitet. Wer das Hausgebet leitet, schreibt auf das Blatt: „Wir warten auf…“.)

V: Ich lade euch jetzt ein, die Gedanken aus unserem Gespräch, die euch selbst am wichtigsten sind aufzuschreiben oder zu malen. Diese Blüten und Bilder können uns den ganzen Advent über begleiten.
Wir wollen sie an einen Ort legen, wo wir sie immer wieder sehen. Vielleicht um den Adventskranz, eine Kerze oder das Kreuz.

(Dabei kann meditative Musik erklingen und man kann die entstandenen Blüten ansehen, oder es wird das nächste Lied gesungen.)

Lied: Kündet allen in der Not (GL 221)

Meditation mit den Händen

V1: Wir verschließen beide Händen zu einer Kugel – wie eine Knospe. Am Anfang sind Knospen ganz dicht und hart. Fest verschließen sie die Blüte oder das Blatt, das in ihnen schon angelegt ist. So werden diese geschützt, wenn ein kalter Wind weht, oder sich Schnee auf die Zweige legt. 
Bei uns Menschen beobachten wir ähnliches. Sind wir Menschen zueinander unbarmherzig oder kalt, dann schützen wir uns und ziehen uns zurück. Wir müssen uns eine „harte Schale“ zulegen, damit wir überleben. Doch eigentlich ist in uns eine Sehnsucht, dass wir uns öffnen, aufeinander zugehen. Menschen warten auf Gerechtigkeit, Barmherzigkeit und Frieden. Sie warten darauf, dass jemand ihnen hilft, für sie sorgt, ihnen den richtigen Rat gibt. Dann können sich die Herzen der Menschen öffnen. Wenn wir unsere Hände langsam öffnen, dann haben wir offene Hände, die sich beschenken lassen können. 

Lied: Alle Knospen springen auf

Während der Fürbitten und des Vaterunsers können die Hände weit geöffnet gehalten werden.

Fürbitten

V2: In der Lesung aus dem Buch Jesaja ist uns verheißen, dass die Gerechtigkeit Gottes aufblühen wird in seinem Sohn Jesus Christus. Ihn, den wir im Advent erwarten, bitten wir voll Vertrauen:

V/A: Komm, Herr Jesus, wir warten auf dich!

S: Komm und lass die Liebe in den Familien erblühen. 

A: Komm, Herr Jesus, wir warten auf dich! 

S: Komm und bring Gerechtigkeit, wo Menschen ungerecht und gemein behandelt werden.

A: Komm, Herr Jesus, wir warten auf dich!

S: Komm und hilf allen, die arm, krank und einsam sind.

A: Komm, Herr Jesus, wir warten auf dich!

S: Komm und sei allen nahe, die aus ihrer Heimat fliehen müssen.

A: Komm, Herr Jesus, wir warten auf dich!

S: Komm und erfülle alle, die Verantwortung tragen, mit deinem Heiligen Geist.

A: Komm, Herr Jesus, wir warten auf dich!

Vater unser

V2: Jesus hat uns gesagt, dass wir mit all unseren Sorgen und Bitten zum Vater kommen dürfen. Beten wir miteinander das Gebet, das Jesus seinen Freunden beigebracht hat:

A: Vater unser im Himmel (GL 3,2)

Segensbitte

V1: Im Advent bereiten wir uns nun auf Weihnachten vor. Wir wollen in dieser Zeit immer wieder an den Traum von Jesaja vom Frieden denken. Wenn jeder mitmacht, dann können wir es schaffen, dass es bei uns friedlicher und gerechter wird. Gemeinsam schaffen wir das!

V2: Aber wir brauchen auch die Hilfe von Gott. Deshalb wollen wir ihn um seinen Segen und seine Hilfe bitten:

Dazu segne uns der barmherzige und liebende Gott, der in diesem Advent wieder neu bei uns ankommen will: der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.      A: Amen.

Lied: Mache dich auf und werde licht (GL 219)