Impuls zum 21. April – Der heilige Bruder Konrad

KONRAD VON PARZHAM

Ordensmann  Gedenktag: 21. April

Lebensdaten: geboren am 22. Dezember 1818 in Parzham bei Griesbach, gestorben am 21. April 1894 in Altötting

Lebensgeschichte: Johann Evangelist Birndorfer war das elfte Kind tief im Glauben verwurzelter Bauern und war schon als Junge ungewöhnlich fromm: Eher still, betete er gern für sich auf dem Schulweg oder bei der Feldarbeit und suchte jeden Streit zu schlichten. „Der Birndorfer Hansl ist ein Engel“, sagten die Leute. Als er 14 Jahre alt war, starb die Mutter, zwei Jahre später der Vater.
Weil er seinen Wunsch, Priester zu werden, nicht verwirklichen konnte, blieb er auf dem elterlichen Hof als Knecht. Erst mit 31 Jahren trat er in das Kapuzinerkloster St. Anna in Altötting ein. Nachdem er seine Gelübde abgelegt hatte, bekam er den Namen Bruder Konrad und war ab 1852 als Pförtner tätig. Über 40 Jahre lang hatte er bis zu 18 Stunden am Tag mit den Tausenden von Wallfahrern zu tun und erfüllte ihre Anliegen und Bitten, soweit er konnte. Niemand, der zu ihm kam, ob Handwerksbursche oder Bettler, verließ ihn wieder mit leeren Händen.
Jede freie Minute betete er, oft nächtelang. In den späten Abendstunden betete er vor dem Tabernakel, jeden Morgen ministrierte er am Gnadenaltar der Schwarzen Madonna. Als ihm die tägliche Kommunion erlaubt wurde, empfing er sie frühmorgens, um bei den anderen keinen Anstoß zu erregen. Die tägliche Betrachtung des Kreuzes lehrte ihn nach eigener Aussage die wahre Heiligkeit.
Als er seines Alters und seiner Gebrechlichkeit wegen seinen Dienst aufgeben musste, konnte er von der Pforte doch nicht lassen. Er brach eines Nachts auf dem Weg dorthin zusammen, weil er befürchtete, man habe ein Läuten überhört, und starb wenige Tage später am 21. April 1894.

Er wurde 1930 selig- und 1934 heiliggesprochen.

Aus den Vorsätzen von Bruder Konrad: „Ich will es mir angewöhnen, mich allezeit in die Gegenwart Gottes zu stellen. Ich will mich recht bestreben, die Bruderliebe in mir und in anderen zu bewahren. Da will ich mich recht hüten, dass ich nie ein Wort rede, das wider die Liebe wäre.“

Genau diese Vorsätze, aus denen wir gerade gelesen haben, genau diese Vorsätze können uns auch in der jetzigen – immer noch – besonderen Zeit helfen. Es gab in der Welt schon immer Krisenzeiten. Auch jeder von uns weiß, dass es auch Krisenzeiten im eigenen Leben gibt – auch ohne Corona.

Das Mittel, das Gott uns an die Hand gibt ist seine Gegenwart. Gott lässt uns nie im Stick. Er ist ein persönlicher Gott, der Fleisch geworden ist, der an unserer Seite geht, der sich mit Liebe und Mitgefühl zu uns herniederbeugt.

Wir müssen ihm einfach nur unseren Blick zuwenden, damit Gott uns seine grenzenlose Liebe schenkt.

Und wenn wir mit dieser Liebe beschenkt wurden, dürfen wir sie, so wie Bruder Konrad an die Menschen in unserem Umfeld weiterschenken. Konrad von Parzham, ein Heiliger, auch und gerade für unsere Zeit.

Ihr Pater Kübler