St. Peter und Paul Geinsheim

Gemeinde St. Peter und Paul, Geinsheim

Liebe Besucher!
Herzlich Willkommen auf unserer Homepage!

Die Gemeinde Geinsheim liegt ziemlich genau in der Mitte zwischen Neustadt an der Weinstraße und der Domstadt Speyer, also zwischen Pfälzer Wald und Rhein, an der Grenze des Rebenmeeres der Haardt.

Ganz gleich, von woher man sich dem Ort mit seinen ca. 2000 Einwohnern nähert: die gewaltige Pfarrkirche ist schon von fern zu sehen. Sie überragt die Weinbaugemeinde. Nicht ganz zu unrecht wird sie ‚Dom vom Gäu’ genannt. Sie blickt auf eine mehr als fünfhundertjährige Geschichte zurück. Vom alten Kirchengebäude sind allerdings nur noch der ehemalige Altarraum und der Turm erhalten. Im Jahr 1870 wagte sich die Gemeinde an den gewaltigen Neubau, nachdem die alte Kirche schon lange zu klein geworden war. Immer wieder brachten die Menschen große Opfer für ihr Gotteshaus. Davon zeugen beispielsweise die Renovierung und Neugestaltung vor rund fünfzehn Jahren und die Anschaffung neuer Glocken vor zehn Jahren

Wir laden Sie ein, unsere Pfarrei kennenzulernen: Unter den jeweiligen Links stellen sich unser Pfarrgemeinderat und der Verwaltungsrat vor, ebenso die Ministranten, der Kirchenchor sowie die Verbände unserer Gemeinde.

Auch der Kindergarten ist präsent mit seinen Öffnungszeiten, der Beschreibung der Kindergruppen und deren Aktivitäten etc.! Im Menüpunkt „Menschen und Orte“ erhalten Sie Informationen über die weiteren Einrichtungen wie die Kirche, das Pfarrhaus und das Pfarrheim, das Schwesternhaus, sowie über wichtige Persönlichkeiten, die aus unserer Pfarrei stammen, bzw. in ihr gewirkt haben.

Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Surfen auf unseren Seiten!
Ihre Gemeinde St. Peter und Paul

Kirche

An der Spitze der kirchlichen Gebäude ist in Geinsheim die sehr schöne, neugotische Kirche zu nennen. Bis heute ist sie der religiöse, kulturelle und gesellschaftliche Mittelpunkt der Gemeinde und prägendes Wahrzeichen des Ortes (nicht nur wegen des auf einem der drei Türme befindlichen Storchennestes).

weiterlesen…

Persönlichkeiten in und aus Geinsheim

Unsere Pfarrei hat in ihrer Geschichte einige interessante Persönlichkeiten hervorgebracht und erlebt. Auch ein Seliger in unserem Bistum gehört dazu…

Pfarrer Paul Josef Nardini

Pfarrverweser in Geinsheim

Paul Josef Nardini war in den Jahren 1850 und 1851 Pfarrverweser in unserer Gemeinde. Schon in Geinsheim hat er damals großartiges bewirkt:

Die Seelsorgsarbeit in Geinsheim war nicht leicht, hatte doch der vorherige Pfarrer die Pfarrei 29 Jahre vernachlässigt. „Nur einer gewissenhaften, umsichtigen Seelsorge, einem rastlosen Eifer und einer vollen männlichen Geistes- und Leibeskraft“ könne es gelingen, die Pfarrei „nach Jahren in einen annehmbaren Zustand zu erheben.„, schrieb Nardini ans Ordinariat.

Der 29jährige Nardini hatte anfangs mit vielen Widerwärtigkeiten zu kämpfen, doch ging er voller Begeisterung und mit großem Einsatz ans Werk. Bald schon zeigten sich die ersten Früchte in seiner priesterlichen Tätigkeit. In knapp neun Monaten seines Wirkens hatter er die Pfarrei stark verändert.

In einem Brief an den Bischof bemerkten die Katholiken von Geinsheim, dass sie Nardini als „einen guten Hirten erkannt“ hätten. Sie bezeugten: „Unsere Männer sind ganz umgewandelt, unsere Kinder sind neu geboren, wir alle haben jetzt das rechte Licht erhalten. Keiner in Geinsheim, auch wenn er noch so hochbetagt“ sei, habe je „solche Worte des heiligen Evangeliums gehört als in diesem dreiviertel Jahr von … Pfarrer Dr. Nardini.“ Es war ihm nach kürzester Zeit gelungen, die Geinsheimer Katholiken aus ihrer Lauheit herauszuholen und sie für den Glauben neu zu entflammen.

Die Begeisterung ging sogar so weit, dass im Jahr 1851, als er nach Pirmasens versetzt wurde, ca. 250 Geinsheimer Frauen ein Gesuch unterzeichneten, in dem sie den Speyerer Bischof baten, “dass er ihren bisherigen segensreichen Seelsorger (sc. Pfr. Nardini) als Pfarrer schenken möge und so die Gnade des Himmels und der Erde vollkommen mache. Diese Bitte wurde allerdings nicht erfüllt.

Vater der Armen

Nardini galt schon zu seinen Lebzeiten als „Vater der Armen“. Als junge Priester, der selbst aus ärmlichen Verhältnissen stammte, 1851 in Pirmasens seine Stelle antrat, herrschte in der jungen Industriestadt vielfältige Not.

Armut und Hunger trieben viele Bewohner zum Hausieren und Betteln, die Kinder verwahrlosten. Nardini sammelte junge Frauen um sich, die sich sozial engagieren wollten.

Gegen manche Widerstände gründete er 1855 eine Ordensgemeinschaft, die in der Kranken- und Altenpflege sowie in der Erziehungsarbeit tätig wurde. Seine Schwesterngemeinschaft, die „Armen Franziskanerinnen von der heiligen Familie“ – auch Mallersdorfer Schwester genannt -, entwickelte sich zum größten sozialen Orden, der im Bistum Speyer entstanden ist. Die Schwestern wirken heute nicht nur in Deutschland, sondern auch in Rumänien und Südafrika.

Nardini starb 1862 im Alter von nur 40 Jahren. Das Grab Paul Josef Nardinis kann in der Kapelle des Nardinihauses in Pirmasens, der Gründungsstätte des Ordens, besucht werden. Dort haben die Schwestern auch eine Gedenkstätte mit einer Dauerausstellung über Leben und Werk des Sozialapostels eingerichtet.

Seligsprechungsprozeß

Am 22. Oktober 2006 fand im Dom zu Speyer die Seligsprechung statt. Als Legat des Papstes stand der Münchner Erzbischof Friedrich Kardinal Wetter der Feier vor. Dies ist für unsere Gemeinde eine besondere Ehre und Freude. Viele seiner Worte sind auch heute noch von großer Bedeutung für uns. So schreibt Pfr. Nardini einmal:

Wer Gott liebt, der ist reich auch in der Armut, geehrt auch in der Dunkelheit, mächtig auch in der Schwäche, weise auch in der Einfalt, frei auch in Ketten, gesund auch in der Krankheit, denn ihn erfüllt das friedvolle Wissen: Gott liebt mich!

Lebenslauf

  • 1821 wurde Paul Josef Lichtenberger am 25.07. in Germersheim a. Rhein geboren und am 26.07. in der Pfarrkirche St. Jakob auf „Paul Josef“ getauft.
  • 1823 nahm eine Großtante den Zweijährigen in ihre Familie auf. Er wurde von da an Paul Josef Nardini genannt.
  • 1841 absolvierte er das Gymnasium in Speyer mit „Auszeichnung“.
  • 1841-43 studierte er an der Hochschule in Speyer Philosophie und
  • 1843-46 an der Universität in München Theologie und promovierte am 25.07. zum Dr. theol. „cum eminentia“ (mit Auszeichnung).
  • 1846 weihte ihn Bischof Nikolaus von Weis im Dom zu Speyer am 22.08. zum Priester und ernannte ihn am 24.08. zum Stadtkaplan von Frankenthal. Doch schon am 01.12. berief ihn der Bischof zum Präfekten ins bischöfliche Seminar. Während dieser Zeit half er in der Pfarrseelsorge der  umliegenden Gemeinden und war in katholischen Vereinen tätig.
  • Schließlich wurde er
    1850 zum Pfarrverweser in Geinsheim am 11.04. ernannt. 
  • Nach 10 Monaten erfolgreicher Seelsorgertätigkeit wurde er
  • 1851 zum Pfarrer von Pirmasens (1800 Seelen zählende Diasporagemeinde) am 08.05. ernannt.
  • 1853 trat er in Oggersheim dem 3. Orden des hl. Franziskus bei und erhielt den Namen „Franziskus“. Zur Linderung der Not errichtete er am 13.06. unter großen Widerständen eine Niederlassung der Niederbronner Schwestern. Als diese Schwestern von der Ausweisung bedroht waren, gründete er
  • 1855 am 02.03. eine Schwesterngemeinschaft, die er „Arme Franziskanerinnen von der Hl. Familie“ nannte  (heute auch unter dem Namen „Mallersdofer Schwestern“ bekannt).
  • 1857 erteilte Bischof Nikolaus von Weis nach langer Prüfung am 10.03. der Neugründung die kirchliche Anerkennung.
    Im Herbst errichtete Nardini ein „Kleines Studienseminar“, um begabten mittellosen Jungen den Besuch des Gymnasiums zu ermöglichen.
  • 1858 wurde Nardini mit der Schulinspektion im Kreis Pirmasens betraut und außerdem von seinen Mitbrüdern zum Dekan gewählt und vom Bischof dazu ernannt.
  • 1855-61 rang er um die staatliche Genehmigung der Kongregation.
  • 1862 erkrankte Nardini an einer Lungenentzündung und starb am 27.01. im Alter von erst 40½ Jahren, viel zu früh für die noch nicht  staatlich genehmigte Genossenschaft, die bereits 220 Schwestern zählte.
  • 2006 Seligsprechung im Dom zu Speyer am 22.10.

Weiterführende Links und Material

Quellen: Bistum Speyer, Kloster Mallersdorf

Dr. Philipp Jakob Haußner

Geboren am 16. Oktober 1887 in Geinsheim. Eltern: Johann Haußner (Landwirt) und Elisabeth geb. Kästel

  • Am 30. Juli 1911 in Speyer zum Priester geweiht, am 2. August 1911 Primiz in Geinsheim.
  • Ein viertel Jahrhundert in der Seelsorge tätig: Kaplan in Winnweiler (1911) und Kaiserslautern (St. Martin, 1912), Expositus in Bechhofen (1918), Pfarrer in Mörsch (1922) und Frankenthal-St. Dreifaltigkeit (1931).
  • Promotion (1921) in Würzburg mit dem Thema „Waisenhaus- und Rettungshauserziehung in der Pfalz“.
  • Inhaber hoher Ämter und höchster kirchlicher Ehrungen: Domkapitular (1936), stellvertretender Generalvikar (1938), Generalvikar (1943-1959), Bischöflicher Geistlicher; Rat und Päpstlicher Hausprälat (1952), Domdekan (1953), Apostolischer Protonotar (1961), Dompropst (1963).
  • Ehrenbürger der Heimatgemeinde Geinsheim.

Gestorben am 25. Januar 1965 in Speyer und auf dem Friedhof des Domkapitels beerdigt. Die „Dr.-Haußner-Straße“ in Geinsheim nach ihm benannt. Gedenktafel in der Vorhalle der Geinsheimer Kirche.

Quelle: Kästel, Norbert: „St. Peter und Paul, Geinsheim – Zur Geschichte der Kirche und der Pfarrei“. Festschrift zum 125. Jubiläum der Weihe der neuen Kirche. Neustadt-Geinsheim 1998.

Dr.h.c. Thaddäus Stahler

Geboren am 26. September 1857 in Geinsheim. Eltern: Friedrich Stahler (Schneider) und Klara geb. Schreiner aus Harthausen.

  • Weil das Bistum Speyer Überfluss an Priestern hatte und auf Veranlassung des Franziskanerpaters Konrad Eupel (1874 Pfarrverweser in Geinsheim) Besuch des Würzburger Seminars.
  • Am 31. Juli 1881 in Würzburg zum Priester geweiht.
  • Seelsorger in der Diözese Würzburg: in Arnshausen, Forst und Gerolzhofen.
  • Präfekt im Studienseminar Aschaffenburg (1885); Pfarrer der Pfarrei „Unsere liebe Frau“ in Aschaffenburg (1891).
  • Vater Stahler setzte sich besonders für die katholischen Arbeiter und ihre Vereine ein.
  • Über zehn Jahre Diözesanpräses der katholischen Arbeiterschaft.
  • Domkapitular (1912), im Zentralkomitee für die Katholikentage an führender Stelle tätig.
  • Geistlicher Direktor der „Zeller Schwestern“ (1914-1936).
  • Gründungsvorsitzender des Bayerischen Klerusverbandes (1920-1933).
  • Dompropst in Würzburg (1921), Päpstlicher Hausprälat.
  • Domdekan (1933).
  • Zeitlebens der Heimat und der Familie zugetan.

Gestorben am 14. September 1938 in Würzburg und dort beerdigt.

Vom Bayerischen Klerusverband gestiftete Gedenktafel in der Vorhalle der Geinsheimer Kirche „eine der markantesten Persönlichkeiten des bayerischen Klerus, dessen Wirken sich jedoch nicht laut vor der breiten Öffentlichkeit vollzog“.

Quelle: Kästel, Norbert: „St. Peter und Paul, Geinsheim – Zur Geschichte der Kirche und der Pfarrei“. Festschrift zum 125. Jubiläum der Weihe der neuen Kirche. Neustadt-Geinsheim 1998

Pater Thoedor Schneider SJ

Der bedeutende Jesuitenmissionar zählt zu den großen Gestalten der frühen katholischen Kirche in Nordamerika. Dort, wo er 23 Jahre lang als eifriger Missionar segensreich gewirkt hat, besonders in der von ihm gegründeten Pfarrei, der Most Blessed Sacrament Parish in Bally, ist die Erinnerung an ihn bis heute lebendig.

Theodor Friedrich Schneider wurde am 9. April 1703 in Geinsheim geboren. Seine Eltern waren Georg Schneider (Schultheiß, bischöflicher Einnehmer und Zehntverwalter) und Maria Elisabeth (geb. Appel).

  • Von 1714 bis 1718 besuchte er das Jesuitengymnasium in Speyer.
  • 1721 wurde er Novize der Gesellschaft Jesu (Jesuiten). Er wirkte an verschiedenen Gymnasien der oberrheinischen Jesuitenprovinz als Magister.
  • Um 1732 / 33 empfing er die Priesterweihe.
  • Ab 1734 Lehrer für „grammatica inf.“ und „grammatica media syntax“ am Jesuitengymnasium in Mannheim.
  • 1737 legte er die vier Jesuitengelübde ab; Professor der Philosophie.
  • 1738 Rektor der Universität Heidelberg.
  • 1741 ging er schließlich als Missionar nach Nordamerika (Pennsylvania). Er war der erste deutsche Priester in dem Gebiet der Vereinigten Staaten von Nordamerika. Hier gründete er die erste deutsche, katholische Gemeinde mit Goshenhopen als Missionsstation. Unter anderem war er dort auch als Lehrer und Arzt tätig.
  • Am 10. Juli 1764 wurde er in der von ihm gebauten Kirche zu Goshenhopen beigesetzt.

Inschrift seines Grabmals: Hic jacet Rev. Theodorus Schneider, S.J., Missionis hujus fundator. Obiit 10. Juli 1764. Aetatis 62, Missionis 24. R. I. P. (Übers.: Hier ruht Hochw. Theodor Schneider, Mitglied der Gesellschaft Jesu, Gründer dieser Missionsstation. Er starb am 10. Juli 1764 im 62. Lebensjahr und im 24. Jahr der Mission).

Was der heilige Bonifatius für das Mittelalter war, das war Schneider mit seinen Ordensbrüdern für die junge Kirche in Amerika.


Zeichnung der Most Blessed Sacrament Church

Quelle: Kästel, Norbert: „St. Peter und Paul, Geinsheim – Zur Geschichte der Kirche und der Pfarrei“. Festschrift zum 125. Jubiläum der Weihe der neuen Kirche. Neustadt-Geinsheim 1998
Kästel Norbert, Pater Theodor Schneider SJ aus Geinsheim, einer der Begründer der katholischen Kirche in Nordamerika, Neustadt-Geinsheim 2003

Maria Theresia Josepha Tirolf, Schwester Amanda
  • geboren am 25. September 1748 in Geinsheim; Eltern: Heinrich Tirolf (Fronmüller) und Eva Barbara geb. Hoffmann;
  • am 21. September 1773 Profess im Dominikanerinnenkloster zur Heiligen Maria Magdalena (Magdalenenkloster) in Speyer; seit 1793 Schaffnerin (Verwalterin) des Klosters;
  • nach der Enteignung und Säkularisation des Klosters am 22. Juli 1802 pachteten fünf Schwestern, darunter Schwester Amanda, das Kloster samt Kirche;
  • im Jahre 1794 sammelte sie zusammen mit der Mitschwester Stephana Bader die von Revolutionstruppen zerstreuten Gebeine des heiligen Guido und brachte sie ins Magdalenenkloster;
  • als am 17. Oktober 1804 St. Magdalena vom französischen Staat verkauft wurde, ging Schwester Amanda zusammen mit der Mitschwester Aloysia Sauer nach Geinsheim und lebte im Hause ihres Bruders Franz Jakob Tirolf (Löwenwirt, heute: Gäustraße Nr. 96);
  • kehrte 1815 wieder nach St. Magdalena zurück; gestorben am 22. August 1825 in Speyer.

Die Bild-Datei wird unter der Creative-Commons-Lizenz “CC0 1.0 Verzicht auf das Copyright” zur Verfügung gestellt.

Margarethe Schneider, Schwester M. Castula
  • geboren am 22. Februar 1884 in Geinsheim; Eltern: Heinrich Schneider und Anna Maria geb. Willem;
  • seit 1912 Ordensfrau des Instituts St. Dominikus (Arme Schulschwestern) in Speyer; Profess am 24. August 1915;
  • Kinderkrankenschwester im St.-Anna-Stift zu Ludwigshafen-Mundenheim;
  • für ihren selbstlosen und aufopfernden Dienst mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet;
  • gestorben am 25. Mai 1969 in Ludwigshafen; beerdigt in der Begräbnisstätte des Instituts in Speyer.

“Was sie (Schwester Castula)  in den 50 Jahren in der Fürsorge im St. Annastift, besonders auf der Kinderstation, geleistet hat, weiß Gott allein. Ihre ganz besondere Sorge galt hier den Frühgeburten, die sie mit rührender Hingabe betreute und von denen sie vielen das Leben rettete.” (Chronik der Ordensgemeinschaft)

Quellen:

  • Kästel, Norbert: St. Peter und Paul Geinsheim – Zur Geschichte der Kirche und der Pfarrei, 1998
  • Kästel, Norbert: Im Heimatort nicht vergessen – Bedeutende Personen aus Geinsheim
Maria Anna Barbara Schwarz, Schwester M. Agatha
  • geboren am 12. Juli 1823 in Geinsheim; Eltern: Georg Peter Schwarz und Maria Anna geb. Schreyeck;
  • Mitbegründerin der Kongregation der Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie in Mallersdorf;
  • erste Generaloberin der Kongregation von 1855 bis 1864;
  • tritt vorübergehend ins Kloster der Augustinerinnen in Köln ein;
  • kehrt 1868 nach Geinsheim zurück und lebt in der Familie ihres Bruders;
  • gestorben am 24. März 1892 in Geinsheim; auf dem Geinsheimer Friedhof beerdigt;
  • Gedenktafel in der Vorhalle der Geinsheimer Kirche.

“Die opferfreudige, fromme und organisatorisch begabte Jungfrau hatte schon bisher an allen Plänen Nardinis lebhaften Anteil genommen. Jetzt trat sie als Schwester Agatha an die Spitze der Schwesternschaft und des ganzen karitativen Unternehmens”. (Dr. Ludwig Stamer)

Herrmann schneider, Pater Remigius
  • geboren  am 28. Juni 1901 in Geinsheim; Eltern: Ludwig Schneider (Ökonomierat und Bürgermeister) und Barbara geb. Jochim;
  • studiert Theologie in Würzburg und Innsbruck;
  • seit 1924 Kapuziner in Dillingen / Donau; am 18. Juli 1926 zum Priester geweiht;
  • am 27. Dezember 1927 als Missionar nach Cunco in Chile; er leitete u. a. Missionsschulen, ein Priesterseminar, Krankenstationen und Ausbildungsstätten;
  • er war Provinzialoberer und Vertreter des Missionsbischofs;
  • 1954 Audienz bei Papst Pius XII. und erster Heimaturlaub;
  • beim zweiten und letzten Heimaturlaub feierte er in  der Heimatgemeinde Geinsheim sein 50jähriges Priesterjubiläum;
  • 1980 erblindet lebte er im Altersheim in Pucón;
  • am 4. Oktober 1982 gestorben; beerdigt in Pucón/Chile.

“Mit großer Liebe und Hingabe betreute Pater Remigius in der chilenischen Araukanie “seine” Indianer und fühlte sich mit ihnen bis an sein Lebensende verbunden.” (Pilger-Kalender 1984)

Quellen:

  • Kästel, Norbert: St. Peter und Paul Geinsheim – Zur Geschichte der Kirche und der Pfarrei, 1998
  • Kästel, Norbert: Im Heimatort nicht vergessen – Bedeutende Personen aus Geinsheim
Orte

Neben den praktischen Räumlichkeiten unserer Gemeinde gibt es in Geinsheim auch ein echtes Kleinod zu entdecken…

Bildhäusel

Wer das Geinsheimer Bildhäusel entdecken will, muss schon genau hinsehen. Denn es liegt etwas versteckt an der linken Straßenseite auf dem Weg von der Geinsheimer Kirche in Richtung Neustadt. Aber das Suchen lohnt sich. Schließlich handelt es sich bei dieser kleinen Kapelle um ein Kleinod religiöser Volkskunst, wie es sich in unserer Region sonst nirgends findet.

In früheren Jahrhunderten versammelten sich die Bewohner der umliegenden Häuser und Gehöfte jeden Abend vor dem Bildhäusel, um miteinander ihre Abendandacht zu beten. Alte Geinsheimer Bürger berichten davon noch aus ihren Kindertagen. Besonders in der Fasten- und Adventszeit, aber auch im Maimonat wurde die Kapelle auch von vielen anderen Gemeindemitgliedern besucht. Bis heute ist sie immer wieder Anlaufstelle für einzelne Beter, aber auch für Prozessionen der Gemeinde.

Wurde bisher vermutet, dass die Geschichte des Bildhäusels um 1720 begann, so datierte das Landesdenkmalamt bei Befunduntersuchungen im Rahmen einer Renovierung durch die Mitglieder der Geinsheimer KAB im Jahr 2005 die Entstehung des heutigen Gebäudes bereits um den Anfang des 16. Jahrhunderts. Es wurde um einen Bildstock herum gebaut, der wohl aus dem 14. Jahrhundert oder aus noch früheren Zeiten stammt.

Bei der jüngsten Renovierung erhielt das kleine Kapellchen sein wohl ursprüngliches Aussehen zurück. Dies lässt zumindest die Untersuchung der acht gefundenen Farbschichten vermuten. So wurden die Fachwerkbalken, die eine kleine Vorhalle tragen, ochsenblutfarben gestrichen. Die Decke der Vorhalle leuchtet nun wieder in einem etwas verwaschenen Blau und ist mit silbernen Sternen verziert. Und die Fachwerkfüllungen sind in einem gelblich-weißen Ton gehalten. Eine blaue Linie an Rand zeichnet deren Verlauf nach. Auch die mit einem Spitzbogen abgeschlossene Nische auf der Vorderseite des Bildhäusels leuchtet nun wieder in einen tiefen Blau. Hinter schmiedeeisernen Gittern befindet sich eine Figur des Geiselheilands. Zwei vergitterte Klappläden schließen die Nische ab. Das Gitter am rechten Laden weist eine Öffnung auf, so dass Spender mühelos ihren Obolus in den Opferstock vor der Nische werfen könnten. Sowohl der Spitzbogen, als auch der Sockel auf dem das ganze Gebäude ruht, erhielten bei der Renovierung ihren roten Sandsteinton wieder zurück.

Auch die Figur des Heilands an der Geißelsäule (kurz: Geißelheiland), die heute im Bildhäusel steht, sorgte für Überraschungen. Wusste doch niemand so recht, wie wertvoll diese Darstellung ist. Vermutlich ist sie in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts nach Geinsheim gekommen. Norbert Kästel berichtet in seinen Buch zur Geschichte der Kirche und Pfarrei Geinsheim von folgender Legende:

Einmal kam die Gänsemagd mit ihrer Gänseschar auf die Birkigwiesen am Hörstengraben. Jenseits des Baches standen alte Weiden und Holunderbüsche, weshalb diese Gewanne den Namen ‚In der Hollerheck’ trug. Da hörte das Mädchen auf einmal ganz deutlich den Ruf: “Nach Geinsheim! Nach Geinsheim!” Weil es aber niemanden sah, wagte es nicht, der Stimme nachzugehen.
Die Magd erzählte Pfarrer Wenzer, was sie erlebt hatte. Am folgenden Tag ging dieser mit auf die besagte Wiese. Das Mädchen hörte wieder ganz deutlich das flehentliche Rufen. “Nach Geinsheim! Nach Geinsheim!” Es teilte dies dem Pfarrer, der die Stimme nicht vernahm, mit. Der ermunterte das Mädchen, furchtlos dem Ruf nachzugehen. Daraufhin näherte es sich dem Hollerbusch und erblickte darunter eine Statue des Heilandes an der Geißelsäule. Da die Figur doch in Geinsheim sei – so meinte der Herr Pfarrer – solle man sie nach dem anderen Geinsheim in Hessen bringen. Das geschah dann auch. Aber kurze Zeit später fand das Mädchen wieder die Statue auf dem alten Platz unter der Hollerhecke.

Pfarrer Wenzer ließ nun die Figur in das Chor der Kirche bringen und am Altar aufstellen. Aber am folgenden Morgen war sie verschwunden. Man fand sie auf einem Steinhaufen, der neben dem Bildhäusel aufgeschüttet war. Pfarrer Wenzer stellt nun die Figur in dem Kapellchen auf, wo sie sich bis zum heutigen Tag befindet.

Dass die Figur des Heilandes an der Geißelsäule nicht die erste Figur im Bildhäusel ist, belegen Unterlagen, die noch um die Mitte des 18. Jahrhunderts von einer Mariendarstellung berichten. Nichts desto trotz ist diese Darstellung des leidenden Herrn sehr alt. Neueste Untersuchungen ergaben, dass es sich hierbei um eine Lindenholzplastik aus der Übergangszeit von der Gotik zur Renaissance handelt, zwischen 1500 und 1550 geschaffen. Immer wieder wird sie mit ähnlichen Darstellungen des berühmten Geißelheilands von der Wieskirche verglichen und von den Geinsheimer Bürgern auch ‚Heiland von der Wies’ genannt. Im Bildhäusel selbst befindet sich mittlerweile eine Kopie der wertvollen Statue. Für das Orginal sucht die Gemeinde derzeit einen würdigen Standort in der Pfarrkirche.

Pfarrhaus

Im Jahr 1714 erbaute die Pfarrei Geinsheim das jetzige Pfarrhaus auf einem Grundstück der Pfarrpfründenstiftung, das etwa 150 Meter von der Kirche entfernt liegt.

1898 wurde es renoviert und aufgestockt. Nach etwa einhundert Jahren musste es 1999/2000 von Grund auf saniert werden.

Dabei wurde das Haus mit einem modernen Pfarrbüro ausgestattet und der Außenbereich neu angelegt.

Unser Pfarrhaus ist das einzige noch bestehende Gebäude im Bistum Speyer, in dem Pfarrer Nardini gelebt hat.

Pfarrheim

Die seit Jahrzehnten kaum genutzten Wirtschaftsgebäude des Pfarrhofes wurden 1980 abgerissen. Das südliche Gelände wurde zum Teil veräußert. Damit schuf man einen finanziellen Grundstock für ein Pfarrheim, welches 1982 ebenfalls auf dem Grund und Boden des Pfarrhofes errichtet wurde.

Es dient heute der Gemeinde als ganzer oder auch den verschiedenen Gruppen und Kreisen der Gemeinde als Treffpunkt für viele Veranstaltungen.

Darüber hinaus ist es möglich, den großen Saal auch für private Feiern zu mieten. 
Anfragen dazu sind an das Pfarrbüro zu richten.