Advent – Zeit der Erwartung!

Der Advent, wie wir ihn kennen, bedeutet üblicherweise ziemlich viel Stress. Da wird viel von einem erwartet. Da muss einiges an Terminen und Veranstaltungen absolviert werden. Da gilt es einiges vorzubereiten. Auch als Haupt- oder Ehrenamtliche, so mancher Sondergottesdienst steht an und will vorbereitet werden. In den Geschäften läuft das Weihnachtsgeschäft auf Hochtoren. Der Advent ist aber auch die Zeit der Hilfsorganisationen, die Zeit der Spenden, die Zeit sich anderen zuzuwenden. Da hat man noch im Ohr: „Was du dem Geringsten getan hast, das hast du mir getan!“ Gott wartet in den Armen auf dich und erwartet deinen Einsatz! Und nun am Beginn des Advent heisst es: Bleibe wachsam!
Und schließlich – vor allem im Privaten – darf da keine und keiner bei den Geschenken und sonstigen Aufmerksamkeiten vergessen werden. Im Advent muss was laufen! Mit anderen Worten: Stress pur!

Und nun ist Advent. Und Corona. Und irgendwie alles anders als sonst. Advent – Zeit der Erwartung! Und was erwartest du? Was erwartest du von Gott?
Dieser Advent 2020 ist eine große Chance – neben all den Unannehmlichkeiten, Schwierigkeiten, Zumutungen und Leiderfahrungen im Corona-Winter 20/21. Dieser Advent ist eine Chance zum Eigentlichen dieser Zeit und zum Eigentlichen des Weihnachtsfestes vorzudringen, ohne dass so viele Nebensächlichkeiten und vermeintlich wichtige Dinge uns davon abhalten wollen und können.

Der Advent wird einfacher und stiller und ärmlicher als sonst. Aber damit rückt er wieder näher heran an den großen Advent damals vor der Geburt Jesu in Bethlehem. Wahrscheinlich schaffen wir es aber doch, auch diesen Advent in Stress ausarten zu lassen. Trotzdem wir haben die große Chance, dass es nicht so schlimm wird wie sonst. 

Die Überschrift über diesem Advent könnte also dieses „Bleibe wachsam!“ sein. Halte die Augen und Ohren offen für den leisen Ruf Gottes an dich. Bleibe sensibel für die Erfahrungen und Ereignisse und Begegnungen des Alltags und frage dich immer wieder: Was möchte Gott mir heute dadurch sagen? Und dieser Advent könnte die große Frage in mir wachhalten: Was erwarte ich von Gott? 
Vielleicht: Dass er diese Welt nicht vergisst und sie sich selbst überlässt. Dass er eingreift und handelt. Dass er uns entgegenkommt und nicht den Rücken zudreht. Dass Gott mir nicht mehr Leid zumutet, als ich tragen kann. Dass er jemanden vorbeischickt, der mir Hilfe anbietet, wenn ich nicht mehr weiter weiß. Dass er mich auch dann noch liebt, wenn ich Mist gebaut habe. Ich erwarte Segen von ihm, der sich in meinem Leben spürbar auswirkt. Vielleicht hofft Gott darauf, dass wir ihn um solche Hilfe bitten, dass wir mehr, viel mehr und Größeres von ihm erwarten, nicht weil wir egoistisch wären, sondern weil wir ihm vertrauen und ihm das alles zutrauen. 
Haben wir doch in diesem Advent, der Zeit der Erwartung, einmal den Mut, Gott mit unserem Leben zu konfrontieren, mit ihm unsere Probleme und Sorgen zu besprechen und dann ganz vertrauensvoll, mit allem Glauben, den wir aufbringen können, das Gute von ihm zu erwarten.