Hausgottesdienst für Sonntag, 21. Februar 2021

Erster Fastensonntag im Lesejahr B

von Pater Christoph Kübler SCJ
Lesung: Thomas Rieger

Einführung:

Hinführung:

Mit großer Intensität führen uns die Lesungen des heutigen Tages vor Augen und Ohren, dass das Leben des Menschen gefährdet ist. In gleichsam mythischer Sprache wird von einem Kampf zwischen Gut und Böse berichtet, in dessen Mittelpunkt die Seele des Menschen steht. Wie wird sich der Mensch entscheiden? Gibt er dem Guten Raum und gelangt zum Leben, oder sind wir heut so verweltlicht und durch naturwissenschaftliches Denken geprägt, dass wir den Kampf zwischen Gut und Böse gar nicht erkennen? Wie erlernen wie die Ernsthaftigkeit unserer weltlichen Existenz?

Lied zur Eröffnung: GL 266 (Bekehre uns, vergib die Sünden)

Kreuzzeichen

V: Im Namen des + Vaters, und des + Sohnes und des + Heiligen Geistes.

A: Amen.

Liturgischer Gruß

Gnade und Friede ist allezeit mit uns.

Begrüßung des Herrn mit dem Kyrie

Herr Jesus Christus, du bist für uns gestorben, um uns zu Gott zu führen.

V/A: Herr, erbarme dich

Du bist hinabgestiegen in das Reich des Todes, um alle heimzuholen in Gottes Reich.

V/A: Christus, erbarme dich

Du herrscht über das All, um uns frei zu machen von allen Mächten und Gewalten.

V/A: Herr, erbarme dich

Tagesgebet

Allmächtiger Gott, du schenkst uns die heiligen vierzig Tage als eine Zeit der Umkehr und der Buße. Gib uns durch ihre Feier die Gnade, dass wir in der Erkenntnis Jesu Christi voranschreiten und die Kraft seiner Erlösungstat durch ein Leben aus dem Glauben sichtbar machen. Darum bitten wir durch ihn, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

A: Amen.

Lesung aus dem Buch Genesis

Zum Evangelium

Das Markus-Evangelium zeichnet sich durch seine verdichtete Sprache aus. Jesus wird vom Geist in die Wüste geführt, dort vom Satan versucht, und Engel und Tiere dienen ihm. Was bedeutet das? Wird er gerade in der Einsamkeit versucht, oder gibt ihm die Einsamkeit Kraft, der Versuchung zu widerstehen, der man im Alltagsstress erliegen würde? Kann er der Versuchung nur widerstehen, wenn ihm Engel und Tiere dienen, oder dienen sie ihm, solange er der Versuchung widersteht? Nach diesem Kampf wird Jesus jedenfalls zum Künder des Evangeliums – müssen wir alle unserem Versucher widerstehen, bevor wir das Evangelium verkünden können?

Lied: GL 273 (O Herr, nimm unsere Schuld)

Evangelium

Aus dem heiligen Evangelium nach Markus:

In jener Zeit trieb der Geist Jesus in die Wüste. Jesus blieb vierzig Tage in der Wüste und wurde vom Satan in Versuchung geführt. Er lebte bei den wilden Tieren und die Engel dienten ihm.

Nachdem Johannes ausgeliefert worden war, ging Jesus nach Galiläa; er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium!


HALTEN SIE EINEN MOMENT INNE. WENDEN SIE SICH BEWUSST AN JESUS

Betrachtung

Das Markusevangelium berichtet nur ganz knapp über die vierzig Tage Jesu in der Wüste. Die Versuchung durch den Satan, die Jesus dort erlebt, wird in einem einzigen Satz erwähnt. Matthäus und Lukas schildern die Versuchungen Jesu in der Wüste sehr viel anschaulicher und ausführlicher.

Nach seinem Aufenthalt in der Wüste, kehrt Jesus wieder nach Galiläa zurück und beginnt öffentlich zu wirken. Es heißt: „Er verkündete das Evangelium Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllt, das Reich Gottes ist nahe. Kehrt um und glaubt an das Evangelium.“

Das sind dem Evangelisten Markus zufolge die ersten Worte, die Jesus spricht, als er beginnt, öffentlich aufzutreten und zu wirken. Dieser erste Satz, den Jesus spricht, ist ein Spitzensatz.

Alles weitere, was Jesus im Anschluss daran noch sagt und tut, entfaltet in Wort und Tat, was im Kern hier, in diesem Satz, programmatisch ausgesagt ist. Es fällt auf, dass Jesu seine Verkündigung nicht mit einer Forderung, sondern mit einer Feststellung beginnt: „Die Zeit ist erfüllt“, „das Reich Gottes ist nahe“. Es wird zunächst nicht etwas verlangt, sondern zugesagt.

Jesus kündet nicht mehr das Gericht an, sondern die heilende Nähe Gottes, die uns umkehren lässt von krankmachenden Wegen.

„Kehrt um und glaubt an das Evangelium!“ Jesus ruft die Menschen zur Umkehr und zum Glauben. Doch Jesus verknüpft die Umkehr mit der Gottesherrschaft in der Gegenwart seiner Person. Auf die kommende Gottesherrschaft muss man sich einstellen. Man muss sich ihr öffnen. Sie kommt nicht gegen den Willen der Menschen und nicht ohne ihr Zutun.

Wörtlich bedeutet „Umkehr“ „Um-denken“, „Um-sinnen“!

Die äußere Umkehr setzt einen inneren Schritt voraus, dem viele kleine Schritte im Alltag folgen müssen. Umkehr ist der Heilsweg, den Jesus weist. Umkehr ist die Wende des Daseins, überprüfbar und ablesbar in allen Bereichen des alltäglichen Lebens.

Aber wie oft nehme ich mir ernstlich vor umzukehren? Wie viele Versuche habe ich schon unternommen? Und muss ich nicht doch immer wieder feststellen, dass ich trotz allem guten Willen und trotz all meiner Bemühungen der Alte geblieben bin? Wie fest sind meine Prägungen aus den früheren Jahren! Beim besten Willen und bei aller Bereitschaft, ist eine Veränderung von mir wirklich zu bewerkstelligen und zu machen?

 Ein Wandel kommt, wenn er kommt, von Gott. Aber genau dies ist Gottes Herrschaft. Sie ist nicht etwas zu dem ich (der Mensch) mich entschließe, sondern ein Geschehen, das Gott bewirkt. Er ergreift die Initiative.

 Jesus erinnert uns in seinem Wort, dass Gott selbst hinter uns steht.

Er hat den wesentlichen Schritt bereits getan. An uns ist es, Jesu Weg mitzugehen und auf seinem Weg zu bleiben.

 Auf diesem Weg ist er das Wort, auf das wir hören und dem wir folgen.

Er ist das Licht das uns erleuchtet. Er ist die Kraft, die uns erfüllt und stärkt. Er ist der Beistand, der uns nicht verlässt.

Lied: GL Nr. 428 (Herr, dir ist nichts verborgen)

Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde,
und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn.
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters:
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige katholische Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben. Amen.

Fürbitten

Jesus ruft uns zur Umkehr auf. Am Beginn dieser Fastenzeit bitten wir um Seinen Beistand im Bemühen um das Gute und im Kampf gegen das Böse und vertrauen nun Jesus unsere Bitten und die Anliegen der Mitmenschen an:

• Wir beten für die Kirche und alle, die sich Christen nennen: Um Erneuerung in Glaube, Hoffnung und Liebe; um Treue zu Deinem Wort und Deiner Frohen Botschaft und um Vertrauen in das Wirken des Hl. Geistes. Herr, Jesus Christus:   A.: Wir bitten dich, erhöre uns.

• Wir beten für alle, die in dieser Österlichen Bußzeit versuchen, ihr Leben zu verändern, die sich neu orientieren und von schlechten Wegen und Gewohnheiten umkehren wollen.  Gib neuen Eifer im Gebet und beim Einsatz für das Gute – und lass die vierzig Tage der Umkehr und Buße für uns alle zu einer Zeit werden, die uns Dir näher bringt.

Herr, Jesus Christus:   A.: Wir bitten dich, erhöre uns.

• Wir beten für alle kranken, einsamen und in Not geratenen Menschen, in deren Leben es – besonders durch Corona – dunkel geworden ist: Sende ihnen Menschen, die ihnen neuen Lebensmut und neue Hoffnung schenken. Herr, Jesus Christus: A.: Wir bitten dich, erhöre uns.

• Wir beten für alle, die um einen geliebten Menschen trauern, für alle, die bald sterben werden und für alle, die ihr Leben bereits vollendet haben: Nimm sie auf in das Reich Deiner ewigen Liebe und Geborgenheit und schenke ihnen ein Leben in Fülle bei DIR. Herr, Jesus Christus:   A.: Wir bitten dich, erhöre uns.

Herr, unser Gott, Du bist gegenwärtig in unserem Leben, in Freude und Leid, in Vertrauen und Angst.  Dafür danken wir Dir und loben Dich, heute und alle Tage unseres Lebens bis in Ewigkeit. Amen.

Vaterunser

A.: Vater unser im Himmel,
geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das reich und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
Amen.

Segen und Sendung

Der barmherzige Gott, der seinen Sohn für uns dahingegeben und uns in ihm ein Beispiel der Liebe geschenkt hat, segne uns und mache uns bereit, Gott und den Menschen zu dienen.

Und Christus, der Herr, der uns durch sein Sterben dem ewigen Tode entrissen hat, stärke unseren Glauben und führe uns zur unvergänglichen Herrlichkeit.

Und allen, die ihm folgen auf dem Weg der Entäußerung, gebe er Anteil an seiner Auferstehung und an seiner Herrlichkeit.

Das gewähre uns der dreieinige Gott, + der Vater und + der Sohn und + der Heilige Geist.

Lied: GL Nr. 780 (Vernimm, du guter Schöpfergott)

Wie können wir wissen

WIE KÖNNEN WIR WISSEN

Wie können wir wissen, wer wir sind,

wenn du es uns nicht sagst?

Wie können wir werden, wie wir sein sollen,

wenn du uns nicht führst?

Wie können wir standhalten,

wenn du uns nicht hältst?

Wie können wir „Herr“ werden über das Leben,

wenn du nicht bleibst, unser Herr und Gott?

Wie könnte das Werk unserer Hände gelingen,

wenn du uns nicht segnest?

Eleonore Beck