Hausgottesdienst für Sonntag, 21.03.2021

Fünfter Fastensonntag im Lesejahr B

Andacht zum Fastensonntag – Betrachtungen über den Heiligen Josef

von Pater Christoph Kübler SCJ

Hinführung

In dieser Woche feierten wir – am 19. März – das Hochfest des Heiligen Josef. Papst Franziskus hat dieses Jahr, das auch weiterhin von der Pandemie geprägt ist, dem Heiligen Josef geweiht. Ihn uns als Begleiter durch diese Zeit an die Seite gegeben. Nehmen wir diesen Impuls des Heiligen Vaters auf und betrachten wir diesen großen Heiligen ein bisschen näher.

Lied zur Eröffnung:

Josefslied: GL 891 (Sankt Josef, Spross aus Davids Stamm)

Kreuzzeichen

V: Im Namen des + Vaters, und des + Sohnes und des + Heiligen Geistes.

A: Amen.

Gebet

Allmächtiger Gott, du hast Jesus, unseren Heiland, und seine Mutter Maria der treuen Sorge des heiligen Josef anvertraut. Er hat in Treue gedient. Höre auf seine Fürsprache und lass auch uns Christus dienen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

Schriftlesung – Matthäus 1, 16.18–21.24a

Zum Evangelium:

Der Stammbaum am Anfang des Matthäusevangeliums ist nicht als Beitrag zur Ahnenforschung gemeint, sondern als theologische Aussage über Jesus und über den Sinn der Geschichte Israels zu verstehen. Jesus ist der Christus, der Messias, und seine Geschichte ist es, die durch alle Geschlechterfolgen hindurch das eigentlich Bewegende war. Er ist der Verheißene, seit David und seit Abraham. In ihm hat die Geschichte Israels ihr Ziel erreicht, an ihm wird sich der weitere Weg Israels und aller Völker entscheiden. – Der Text steht unter der zentralen Aussage: „Gott ist mit uns“. Der Evangelist zitiert die Weissagung Jesajas, um das Geheimnis der Menschwerdung als schöpferisches, rettendes Eingreifen Gottes zu kennzeichnen. – Josef war „gerecht“, das heißt in der Sprache der Bibel auch: Er war gütig. Deshalb wollte er Maria, deren Geheimnis er nicht verstand, im Frieden entlassen. Aber dann wurde er selbst zum Mitwisser und Gehilfen des göttlichen Werkes. Josef nimmt das Zeichen und den Auftrag Gottes an; er wird der gesetzliche Vater Jesu und gibt ihm als solcher auch den Namen Jesus, der bedeutet: Jahwe rettet.

Aus dem Heiligen Evangelium nach Matthäus; Ehre sei Dir + o Herr

Jakob zeugte den Josef, den Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus genannt wird. Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete –
durch das Wirken des Heiligen Geistes. Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen. Während er noch darüber nachdachte, siehe, da erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen;
denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist. Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen. Als Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte.

Evangelium unseres Herrn Jesus Christus; Lob sei dir Christus.


HALTEN SIE EINEN MOMENT INNE. WENDEN SIE SICH BEWUSST AN JESUS

Lied

Lied: GL 423 (Wer unterm Schutz des Höchsten steht)

Impuls

(einige Auszüge aus dem neuen Apostolisches Schreiben „Patris corde“ über den Heiligen Josef von Papst Franziskus). Der Heilige Vater schreibt:

„Ich möchte hier einige persönliche Überlegungen zu dieser außergewöhnlichen Gestalt mit euch teilen, die einem jeden von uns menschlich so nahe ist. Dieser Wunsch ist jetzt in den Monaten der Pandemie gereift. In dieser Krise konnten wir erleben, dass unser Leben von gewöhnlichen Menschen – die gewöhnlich vergessen werden – gestaltet und erhalten wird, die weder in den Schlagzeilen der Zeitungen und Zeitschriften noch sonst im Rampenlicht der neuesten Show stehen, die aber heute zweifellos eine bedeutende Seite unserer Geschichte schreiben: Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger, Supermarktangestellte, Reinigungspersonal, Betreuungs­kräfte, Transporteure, Ordnungskräfte, ehrenamtliche Helfer, Priester, Ordensleute und viele, ja viele andere, die verstanden haben, dass niemand sich allein rettet. […] Wie viele Menschen üben sich jeden Tag in Geduld und flößen Hoffnung ein und sind darauf bedacht, keine Panik zu verbreiten, sondern Mitverantwortung zu fördern. Wie viele Väter, Mütter, Großväter und Großmütter, Lehrerinnen und Lehrer zeigen unseren Kindern mit kleinen und alltäglichen Gesten, wie sie einer Krise begegnen und sie durchstehen können, indem sie ihre Gewohnheiten anpassen, den Blick aufrichten und zum Gebet anregen. Wie viele Menschen beten für das Wohl aller, spenden und setzen sich dafür ein.

Alle können im heiligen Josef, diesem unauffälligen Mann, diesem Menschen der täglichen, diskreten und verborgenen Gegenwart, einen Fürsprecher, Helfer und Führer in schwierigen Zeiten finden. Der heilige Josef erinnert uns daran, dass all jene, die scheinbar im Verborgenen oder in der „zweiten Reihe“ stehen, in der Heilsgeschichte eine unvergleichliche Hauptrolle spielen. Ihnen allen gebührt Dank und Anerkennung.“

So nennt Papst Franziskus einige Aspekte des Lebens vom Heiligen Josef. Einen möchte ich Ihnen noch in dieser besonderen Zeit ans Herz legen:

„Vater im Annehmen“

Josef nimmt Maria ohne irgendwelche Vorbedingungen an. Er vertraut auf die Worte des Engels. Der Edelmut seines Herzens lässt ihn das, was er vom Gesetz gelernt hat, der Liebe unterordnen.

Oft geschehen in unserem Leben Dinge, deren Bedeutung wir nicht verstehen. Unsere erste Reaktion ist oft die der Enttäuschung und des Widerstandes. Josef lässt seine Überlegungen beiseite, um dem Raum zu geben, was geschieht. Wie rätselhaft es ihm auch erscheinen mag, er nimmt es an, übernimmt Verantwortung dafür und versöhnt sich mit seiner eigenen Geschichte. Wenn wir uns nicht mit unserer Geschichte versöhnen, werden wir auch nicht in der Lage sein, den nächsten Schritt zu tun, denn dann bleiben wir immer eine Geisel unserer Erwartungen und der daraus resultierenden Enttäuschungen.

Das geistliche Leben, das Josef uns zeigt, ist nicht ein Weg, der erklärt, sondern ein Weg, der annimmt. Nur von dieser Annahme her, von dieser Versöhnung her können wir auch eine größere Geschichte, einen tieferen Sinn erahnen. Es scheint wie ein Widerhall der leidenschaftlichen Worte Ijobs, der auf die Forderung seiner Frau, sich gegen all das Böse aufzulehnen, das ihm widerfährt, antwortet: „Nehmen wir das Gute an von Gott, sollen wir dann nicht auch das Böse annehmen?“ (Ijob 2,10).

Josef ist kein passiv resignierter Mann. Er ist ein mutiger und starker Protagonist. Die Fähigkeit, etwas annehmen zu können, ist eine Weise, wie sich die Gabe der Stärke, die vom Heiligen Geist kommt, in unserem Leben offenbart. Nur der Herr kann uns die Kraft geben, das Leben so anzunehmen, wie es ist, und selbst dem, was darin widersprüchlich, unerwartet oder enttäuschend ist, Raum zu geben.

Jesu Kommen in unsere Mitte ist ein Geschenk des Vaters, damit ein jeder sich mit seiner konkreten eigenen Geschichte versöhnen möge, auch wenn er sie nicht ganz versteht.

Das, was Gott zu unserem Heiligen gesagt hat, „Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht«, scheint er auch uns zu sagen: „Fürchtet euch nicht!“ Wir müssen unseren Ärger und unsere Enttäuschung ablegen und ohne weltliche Resignation, sondern mit hoffnungsvoller Kraft Platz machen für das, was wir nicht gewählt haben und was doch existiert. Das Leben auf diese Weise anzunehmen führt uns zu einem verborgenen Sinn. Das Leben eines jeden von uns kann auf wundersame Weise neu beginnen, wenn wir den Mut finden, es gemäß den Weisungen des Evangeliums zu leben. Und es spielt keine Rolle, ob alles schief gelaufen zu sein scheint und ob einige Dinge mittlerweile nicht mehr rückgängig zu machen sind. Gott kann Blumen zwischen den Felsen sprießen lassen. Auch wenn unser Herz uns verurteilt, Gott ist größer als unser Herz und er weiß alles (vgl. 1 Joh 3,20).

Hier geht es wieder um jenen christlichen Realismus, der nichts von dem, was existiert, wegwirft. In ihrer geheimnisvollen Unergründlichkeit und Vielschichtigkeit ist die Wirklichkeit Trägerin eines Sinns der Existenz mit ihren Lichtern und ihren Schatten. Deswegen kann der Apostel Paulus sagen: „Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alles zum Guten gereicht« (Röm 8,28). In dieser Gesamtperspektive gibt der Glaube jedem glücklichen oder traurigen Ereignis einen Sinn.

Es liegt uns fern, zu meinen, „glauben“ bedeute, einfache vertröstende Lösungen zu finden. Der Glaube, den Christus uns gelehrt hat, ist vielmehr der Glaube, den wir am heiligen Josef sehen, der nicht nach Abkürzungen sucht, sondern dem, was ihm widerfährt, „mit offenen Augen“ begegnet und persönlich Verantwortung übernimmt.“

Soweit ein kurzer Auszug des Schreibens von Papst Franziskus über den Heiligen Josef.

Er teilt in diesem Schreiben auch ein Gebet mit uns, das er jeden Tag betet:

„Dieses Gebet bringt dem heiligen Josef Verehrung und Vertrauen entgegen, fordert ihn aber auch ein wenig heraus:

Gebet

„Heiliger Josef, glorreicher Patriarch, der du das Unmögliche möglich machen kannst, komm mir in meiner Not und Bedrängnis zu Hilfe. Gewähre in den ernsten und schwierigen Anliegen, die ich dir anvertraue, deinen Schutz, sodass alles ein glückliches Ende nimmt. Mein geliebter Vater, ich setze mein ganzes Vertrauen in dich. Niemand soll sagen können, er habe dich vergeblich angerufen, und da du bei Jesus und Maria alles erwirken kannst, lass mich erfahren, dass deine Güte ebenso groß ist wie deine Macht. Amen.“

Lied

Lied: GL 820 (Wie mein Gott will, bin ich bereit)

Fürbitten

Josef ist empfänglich, er ist durchlässig für Gottes Licht. So kann er gerecht und gut, befreit und gemäß seiner Berufung handeln: Wir bitten Gott um sein Licht und Klarheit für unsere Welt.

  • Stärke deine Kirche, damit sie, wie der heilige Josef, deine Liebe demütig und großmütig leben kann.

Vater im Himmel – Wir bitten dich, erhöre uns.

  • Hilf uns in unserem Alltag, Unterstellungen und Misstrauen zu überwinden und einander vertrauensvoll zu begegnen.
  • Hilf uns wie der heilige Josef unser Leben anzunehmen und die verborgenen Schätze, die du uns darin geschenkt hast, zu finden.
  • Für Virologen, Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger, die zur Zeit besondere Herausforderungen zu bestehen haben.
  • Für alle, die durch die Pandemie ihre Existenz gefährdet sehen oder verloren haben.
  • Eigene und persönliche Anliegen
  • Der heilige Josef ist der Patron der Sterbenden, er stehe allen in ihrer letzten Stunde bei und geleite sie zu dir, in dein ewiges Leben.

Gott, du hast den heiligen Josef im Traum zum rechten Tun geleitet. Leite auch uns durch unsere hellen und durch unsere dunklen Tage, darum bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Lehrer. Amen

Besinnung:

Besinnung

DER MIR im TRAUM SAGT (Heinz Janssen)

Josef, Mann Gottes,

schenke mir ein waches Ohr

und lehre mich, mit dem Herzen zu hören.

Gib mir Mut aufzubrechen,

wenn es nottut mitten in der Nacht,

und jene zu wecken, die in Gefahr sind.

Zeige mir, wann es Zeit ist zu kommen

und Zeit ist zu gehen

und wann es gut ist zu bleiben.

Hilf mir auf den Engel zu hören,

der in der Nacht spricht

und der mein Leben aufklären kann,

der mir im Traum sagt,

und der mein Leben aufklären kann,

der mir im Traum sagt,

was ich am Tag tun soll.

Gebet

Und noch ein Gebet legt uns der Heilige Vater ans Herz:

So wollen wir nun vom heiligen Josef die Gnade aller Gnaden erflehen – unsere Bekehrung.

Zu ihm lasst uns beten:

Sei gegrüßt, du Beschützer des Erlösers

und Bräutigam der Jungfrau Maria.

Dir hat Gott seinen Sohn anvertraut;

auf dich setzte Maria ihr Vertrauen;

bei dir ist Christus zum Mann herangewachsen.

O heiliger Josef, erweise dich auch uns als Vater,

und führe uns auf unserem Lebensweg.

Erwirke uns Gnade, Barmherzigkeit und Mut,

und beschütze uns vor allem Bösen. Amen.

Und so segne uns auf die Fürsprache des heiligen Josef, der dreieinige Gott, der Vater und der Sohn + und der Heilige Geist. Amen.

Lied

Lied: GL 521 (Maria, dich lieben ist allzeit mein Sinn)