Was für ein besonderer Tag – Willkommen zurück St. Remigius

Heute wurde die Kirche St. Remigius Diedesfeld nach der notwendigen Schließung am 24.02.2017 wieder in Dienst genommen.

Mit großer Dankbarkeit wurde heute ein Festgottesdienst mit Domkapitular Schappert, Pfarrer Paul, Pater Kübler, Diakon Fleischer und dem ehemaligen Diedesfelder Pfarrer, Pfarrer Anton Böckel, gefeiert. Es war ein Gottesdienst, der die Sehnsucht nach einer Kirche im Ort spürbar machte.

In seiner Predigt sprach Domkapitular Schappert, dass die Menschen drängen nach Reichtum, nach dem Geliebt werden und um Ansehen zu erlangen. Heute geht es nicht um den Reichtum (reich an Geld ist unsere Pfarrei sicher nicht, aber reich an Menschen, die die Kirche im Ort lebendig halten wollen). Das Evangelium lädt uns ein, das Leben aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Nicht immer nur aus der jeweils eigenen, wir sollen auch die anderen Mitmenschen mit einbeziehen und dabei aber selbst nicht zu kurz kommen.

Als Ehrengäste konnten heute begrüßt werden: der Bürgermeister der Stadt Neustadt Herr Ulrich, der Ortsvorsteher von Diedesfeld Herr Lechner, von der evangelischen Kirche Maikammer/Diedesfeld Pfarrer Keinarth. Weiter feierten mit uns Vertreterinnen und Vertreter der kirchlichen Gremien und Verbände, der Diedesfelder Vereine, Parteien, Einrichtungen und den Nachbarn der Kirche, die über viele Jahre hinweg Lärm, Schmutz und Baustellen-Verkehr ertragen mussten.

Auch alle, die bei der Durchführung der Maßnahme mitgewirkt und Verantwortung getragen haben, waren zu diesem Gottesdienst eingeladen und feierten mit uns, Baudirektor Tschepella, Gebietsingenieur Querling, Diözesankonservator Franz. Ganz besonders freuten wir uns, dass die Architekten Christine und Thomas Weber heute bei diesem Gottesdienst dabei waren, ebenso die beteiligten Handwerker und Vertreter der Unternehmen, die die Sanierungsarbeiten ausgeführt hatten.

2017 bis 2021 – vier Jahre hatte die Gemeinde kein Gotteshaus. Zunächst konnten im Pfarrheim die Gottesdienste gefeiert werden; dank großem Einsatz des Pastoralteams und des Gemeindeausschusses St. Remigius konnte das gottesdienstliche Leben in Diedesfeld erhalten bleiben. Die großen Festtage konnten in der Festhalle gefeiert werden, die von der Ortsverwaltung kostenfrei zur Verfügung gestellt wurde. Mit Beginn der Coronapandemie waren Gottesdienste im Pfarrheim leider nicht mehr möglich.

Aber was war passiert, – alles fing im Oktober 2012 beim Entfernen von Taubendreck an, als Schäden am Gebälk des Glockenturms festgestellt wurden. Es folgten Begehungen, professionelle Begutachtung, das Erstellen von Glockengutachten, Finanzierungsfragen mussten geklärt werden, Sanierungsstau wurde festgestellt, die Kirche wurde als Sicherung gegen herabfallende Ziegel eingerüstet. Im Februar 2017 musste aufgrund der bis dahin sichtbaren Schäden – der Westteil der Decke stützte sich auf der Orgel ab – die Kirche für den Publikumsverkehr geschlossen werden. Anfang März 2017 war die Kirche innen komplett eingerüstet, die Kunstgegenstände abgebaut und die Altäre, Kanzel, Orgelpfeifen und Beichtstühle eingehaust. Anfang 2018, nach einem Jahr harter Arbeit, um alles zu sichern und freizulegen, wurde deutlich, dass die Decke sowie Sparren und Lattung komplett erneuert werden müssen, und die restliche Dachkonstruktion je nach Einzelfall bestehen bleiben darf, verstärkt oder ausgetauscht werden muss. Im Juni 2018 konnte das erste Deckengemälde mit aufwändigen Stützkonstruktionen und einigen Kettenzügen auf die Gerüstebene abgelassen werden. Im Jahr 2019 und 2020 wurde die Heizungsanlage und die Elektroinstallation geplant und erneuert. Im Herbst 2020 wurde die Kirchenfassade gereinigt und frisch überstrichen. Nach 3,5 Jahren konnte das Außengerüst um das Kirchenschiff abgebaut werden. Bis zum Jahreswechsel 2020/2021 konnten die letzten Arbeiten an den Gemälden beendet werden, so dass dann auch das Innengerüst abgebaut werden konnte. In den letzten Monaten wurde in der Kirche noch einiges getan – Fenster wo notwendig saniert, Wände und Kreuzweg frisch gestrichen. Altäre und sonstige Einrichtungen wurden ausgepackt und gereinigt, die Orgel wurde zusammengebaut und intoniert, die Elektroarbeiten im Kircheninnenraum fertiggestellt. Die Bänke und der stark strapazierte Marmorboden wurden einer Grundreinigung unterzogen, und alle Kunstschätze wurden wieder aufgehängt.

Im Rückblick lässt sich sagen, Flexibilität war ein ständiger Begleiter bei der Baumaßnahme, auf unerwartete Entdeckungen musste flexibel reagiert werden. die Gewerke und Handwerker arbeiteten Hand in Hand und unterstützten sich gegenseitig.

Hier noch ein paar Zahlen – mit 30 000 Biberschwanzdachziegeln wurde das Dach neu eingedeckt, 2,5 km Kabel verlegt, 9 t Schüttung in die Decke zwischen den Balken eingebracht und ca. 600 l Farbe im Innenraum gestrichen.

Am Ende heißt es, den Verwaltungsräten und der Verwaltungsrätin der Pfarrei sowie Pfarrer Paul Dank zu sagen. In vielen oft stundenlangen Sitzungen und auch emotionalen Diskussionen, mussten eine Vielzahl an notwendigen Entscheidungen getroffen und für alle akzeptablen Lösungen gefunden werden.

An dieser Stelle möchten wir uns stellvertretend für alle Mitglieder des Verwaltungsrates bei Herrn Boschert und Herrn Isler aus der Gemeinde St. Remigius bedanken für ihren zeitaufwendigen und unermüdlichen Einsatz auf der Baustelle.

Dem Gemeindeausschuss St. Remigius und den Erzieherinnen der Kita St. Remigius danken wir für die Organisation des Empfanges. Es war eine Freude, rund um den Remigiusbrunnen Gemeinschaft zu erfahren. Alle, Empfangsdienst, Streaming-Team, Messdienerinnen und Messdiener, der Chor, die Dirigentin, die Organistin, die Sakristei, Domkapitular Schappert und das Pastoralteam haben zu diesem wunderschönen Gottesdienst beigetragen.

Als kleines Dankeschön bekam Domkapitular Schappert einen aus Playmobilfiguren gestalteten Gutschein – für ein gemeinsames Spießbratenessen. Die Kirchenbesucher erhielten zur Erinnerung an diesen Gottesdienst eine besondere Flasche Wein – eine Sonderedition Diesdesfelder „Inbetriebnahmewein“. Hier gilt unser Dank dem Weingut Isler für die großzügige Spende.

Die Gemeinde St. Remigius kann stolz auf sich sein. Und heute war auch zu spüren, dass wir als Pfarrei zusammengewachsen sind, es war unser Fest.

Und Pfarrer Paul hat ab heute wieder 6 Kirchen 🙏– Gott sein Dank.