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Impuls: Ein gebackenes Osterlamm

Lesung aus der Offenbarung des Johannes

Und ich sah mitten zwischen dem Thron und den vier Wesen und mitten unter den Ältesten ein Lamm stehen, wie geschlachtet; es hatte sieben Hörner und sieben Augen, das sind die sieben Geister Gottes, gesandt in alle Lande. Und es kam und nahm das Buch aus der rechten Hand dessen, der auf dem Thron saß. Und als es das Buch nahm, da fielen die vier Wesen und die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem Lamm, und ein jeder hatte eine Harfe und goldene Schalen von Räucherwerk, das sind die Gebete der Heiligen, und sie sangen ein neues Lied: Du bist würdig, zu nehmen das Buch und aufzutun seine Siegel; denn du bist geschlachtet und hast mit deinem Blut Menschen für Gott erkauft aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen und hast sie unserm Gott zu einem Königreich und zu Priestern gemacht, und sie werden herrschen auf Erden. Und ich sah, und ich hörte eine Stimme vieler Engel um den Thron und um die Wesen und um die Ältesten her, und ihre Zahl war zehntausendmal zehntausend und vieltausendmal tausend; die sprachen mit großer Stimme: Das Lamm, das geschlachtet ist, ist würdig, zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob. Und jedes Geschöpf, das im Himmel ist und auf Erden und unter der Erde und auf dem Meer und alles, was darin ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm sei Lob und Ehre und Preis und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Und die vier Wesen sprachen: Amen! Und die Ältesten fielen nieder und beteten an.

Liebe Schwestern und Brüder, liebe Kinder!

Wir feiern Ostern. Die Wohnung ist festlich geschmückt mit Blumen und grünen Zweigen mit Ostereiern. Mittags gibt es ein leckeres Osteressen. Für die Kinder – und oft auch für Erwachsene – gibt es Osternester mit Schokoladen-Eiern und Osterhasen.

Was gehört noch auf einen festlich geschmückten Ostertisch? Bei mir gehört auch noch ein gebackenes Osterlamm dazu, eins mit einem Schaschlikspieß, an dem eine Papierfahne befestigt ist. Ein Osterlamm mit einer Siegesfahne. Auch in vielen Kirchen finden wir das so. Christus als Osterlamm mit Siegesfahne.

Woher kommt das diese Darstellung ursprünglich? In Lesung aus der Offenbarung des Johannes wird davon erzählt. Kein leichter Text! Als dieses Buch aufgeschrieben wurde, da war die Kirche in einer ganz schwierigen und bedrohlichen Lage. Damals im römischen Reich wurden die Christen verfolgt, benachteiligt und sogar getötet. Der Seher Johannes wurde auf eine einsame Insel verbannt in dieser Zeit. Dort, auf der Insel Patmos, hatte er seine Gotteserfahrungen und Visionen, die er in seinem Buch, wir nennen sein Buch heute „Offenbarung“ aufgeschrieben hat. Ein Buch mit sieben Siegeln, so nennen wir das Buch der Offenbarung oft. Vieles, was in diesem Buch aufgeschrieben ist, bleibt uns rätselhaft.

Aber diese Bilder sind auch ein großer Schatz. Zugegeben: Sie sind ein ungehobener Schatz, den wir erst noch für uns entdecken müssen – so wie auch das Bild vom Osterlamm mit der Siegesfahne.

Auch wenn ein solches gebackenes Osterlamm jedes Jahr meinen Ostertisch schmückt, muss ich mich hier doch noch auf die Entdeckungsreise machen. Johannes der Täufer hilft mir da weiter. Ganz am Anfang, als Jesus seine ersten Jünger um sich sammelt, da sagt Johannes über Jesus: „Siehe, das ist Gottes Lamm, das die Sünde der Welt trägt“. Das Osterlamm lässt uns also erst einmal an den Gründonnerstag und den Karfreitag denken, an den Tod und das Kreuz.

Aber da dürfen wir nicht stehen blieben. Das Lamm trägt ja auch die Siegesfahne. Eigentlich zwei Bildteile, die nicht zusammenpassen: Auf der einen Seite ist da dieses friedliche Tier, das Niemandem etwas zuleide tut: Das Lamm. Auf der anderen Seite ist da die Siegesfahne: Das ist ein militärisches Feldzeichen, wie es im Krieg verwendet wird. Die Siegesfahne steht für eine gewonnene Schlacht. Ganz kämpferisch sagt uns diese Fahne: Jesus ist Sieger! Die entscheidende Schlacht ist geschlagen! Die Siegesfahne sagt uns: All das Dunkle und Bedrohliche hat keine Macht mehr über uns: Nicht die Angst, nicht die Schuld, nicht das Böse in der Welt und auch nicht das ganze Elend, das uns immer wieder begegnet. 

Das sind große Worte, festgemacht an einem kleinen roten Fähnchen, an dieser Siegesfahne, die das Osterlamm trägt. Und manchmal tun wir uns schwer damit, diesen Worten zu vertrauen. Die entscheidende Schlacht ist schon geschlagen? Jesus ist Sieger? Warum gibt es dann noch so viel Dunkelheit in der Welt?

Ich versuche es mit der Corona-Pandemie zu erklären: Es gibt jetzt Impfstoffe. Damit ist die entscheidende Schlacht im Kampf gegen dieses Virus schon geschlagen. Das Virus hat keine Chance mehr. Es wird besiegt werden, das ist ganz sicher, seit es Impfstoffe gibt. Trotzdem ist das Virus jetzt noch nicht weg. Es braucht eben noch Zeit, bis dieser Sieg wirklich umgesetzt ist.

So „ähnlich“ ist es auch mit Ostern: Jesus Christus hat gesiegt. All das Böse, Dunkle und Bedrohliche in unserem Leben und in unserer Welt hat damit für immer verloren. Aber es braucht noch Zeit, bis dieser Sieg von Jesus Christus wirklich umgesetzt ist. Braucht noch Zeit, bis alle diese Botschaft annehmen und daraus leben.

Es ist noch nicht so weit, wie es uns der Seher Johannes ganz am Ende der Offenbarung verspricht (Offb 21, 4-5): „Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Lied noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein, denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß: Siehe, ich mache alles neu!“ So weit ist es jetzt noch nicht. Aber die Zeit wird kommen, das ist ganz sicher!

Johannes will unseren Geschmackssinn trainieren. Wir sollen hungern und dürsten nach dem Reich Gottes, in dem alle an das Osterlamm glauben, in dem alles Böse und alle Dunkelheiten für immer verloren haben.

Mit diesem kleinen Rezept, lassen sich die Geschmacksknospen gut trainieren.

Ein Osterlamm backen

Zutaten

  • 3 Eier
  • 130 g Staubzucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 Pkg. Vanillezucker
  •  1/2 Zitrone (abgeriebene Schale)
  • 130 ml Kronenöl Spezial (mit feinem Buttergeschmack)
  • 130 g Mehl
  • 1/2 Pkg. Backpulver
  • 130 ml Eierlikör


Zubereitung

  1. Backofen auf 170 °C (Ober- und Unterhitze) vorheizen. Lamm-Backform mit Öl ausstreichen und mit Mehl ausstauben.
  2. Mehl und Backpulver versieben. Eier trennen. Eidotter mit 70 g Staubzucker, Salz, Vanillezucker und abgeriebener Zitronenschale gut schaumig (mind. 10 Minuten) rühren. Das Öl unter ständigem Rühren langsam einlaufen lassen.
  3. Eiklar mit übrigem Staubzucker zu Schnee schlagen.
  4. Zuerst Mehlmischung, dann Eierlikör in die Öl-Masse heben. Zuletzt den Schnee behutsam unterheben.
  5. Masse in die vorbereitete Lammform geben und im Backofen auf unterster Schiene ca. 35 Minuten backen.
  6. Osterlamm aus dem Backofen nehmen, ca. 10 Minuten rasten lassen, die Form abnehmen und mit Staubzucker bestreuen.