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Danke, Johannes – ein kleines Poetry-Slam-Gedicht für einen großen Dienst

    Es gibt Menschen,
    die hört man nicht kommen.
    Weil sie schon da sind,
    bevor man sie ruft.
    Menschen, die nicht fragen:
    „Wer übernimmt das?“
    sondern eher sagen würden:
    „Ich hab’s schon gemacht.“

    Diakon Johannes Hellenbrand
    ist einer von ihnen.

    Und an seiner Seite: Sabine,
    die diesen Weg mitträgt,
    mit Geduld, Rückhalt, Humor
    und jener stillen Stärke,
    ohne die ein Dienst wie seiner
    gar nicht möglich wäre.
    Auch dafür:
    unsere große Dankbarkeit.

    Seit seiner Weihe 2009 –
    hat Johannes seinen Dienst mitten unter uns gelebt.
    Nicht laut.
    Nicht mit Trommelwirbel.
    Sondern in dieser feinen Art,
    die Türen öffnet und Herzen beruhigt.

    Ein Diakon –
    das heißt:
    Menschen begleiten,
    Caritas tragen,
    Liturgie dienen,
    Wort verkünden.

    Vier Wege, ein Auftrag.
    Johannes ist sie alle gegangen –
    in großen, ruhigen Schritten,
    die nicht zeigen wollen,
    sondern tragen.

    Viele in unserer Pfarrei wissen,
    was es bedeutet,
    wenn er vorbeikommt,
    nachfragt,
    einfach da ist.
    Diese Art von Nähe,
    die nicht drängt,
    sondern Raum schafft.

    Viele Gottesdienste hier
    haben seine Handschrift –
    unscheinbar, aber spürbar:
    ein ruhiger Dienst am Altar,
    ein geerdeter Ton am Ambo,
    ein Blick, der sagt:
    „Wir schaffen das zusammen.“

    Und jetzt:
    Ein neuer Weg.
    Ein guter Weg.

    Zum 1. Februar beginnt Diakon Johannes Hellenbrand
    seinen Dienst als Zeremoniar am Dom zu Speyer.

    Dort, wo Liturgie in großer Form gefeiert wird,
    werden Menschen gebraucht,
    bei denen die Fäden zusammenlaufen,
    die den Überblick behalten,
    Ruhe bewahren
    und Frieden in den Ablauf bringen.
    Am Dom ist genau so jemand gefragt.
    Und wie heißt es so schön in der Schrift?
    „Sein Name war Johannes.“

    Wir freuen uns mit ihm.
    Ehrlich.
    Weil wir wissen,
    dass er dort genau richtig ist.
    Weil sein Können, seine Ruhe, seine Erfahrung
    dort gebraucht werden.
    Und weil der Dom jetzt ein Stück – von uns -atmet.

    Natürlich:
    Wir werden ihn vermissen.
    Seine Anwesenheit.
    Seine Verlässlichkeit.
    Seine Haltung:
    unaufgeregt, bodenständig,
    mitten im Dorf, mitten im Glauben, mitten im Leben.
    Und ja – manche Lücke, die er hinterlässt,
    werden wir nicht schließen können.

    Aber Wehmut ist nicht der letzte Ton.
    Dankbarkeit ist es.
    Und die Gewissheit:
    Ein Mensch bleibt verbunden
    mit den Orten,
    an denen sein Herz gelernt hat zu glauben.

    Johannes wohnt hier,
    ist hier verwurzelt.
    Seine Taufkirche,
    seine Hochzeitskirche,
    seine Weihekirche –
    sie gehören zu ihm.
    Und wir wissen:
    Seine Schritte werden immer wieder
    durch diese Türen gehen.

    Johannes –
    danke für alles,
    was du bei uns getan, getragen, gestaltet hast.
    Danke für Wege, die leichter wurden,
    weil du sie mitgegangen bist.
    Danke für deinen Platz in dieser Pfarrei –
    einen Platz, den du behältst,
    selbst wenn dein Dienst nun am Dom beginnt.

    Die offizielle Verabschiedung
    werden unsere Gremien noch vorbereiten.
    Aber eines können wir jetzt schon sagen,
    ohne lange zu warten:

    Danke, Johannes –
    für deinen Weg mit uns,
    für deinen Dienst an den Menschen,
    für deine Verlässlichkeit,
    für deine Präsenz,
    für deine Treue.

    Du gehst nun einen neuen Schritt am Dom.
    Und hier in deiner Heimatpfarrei
    bleibt dein Platz.

    Ein Platz der Wertschätzung
    und des Dankes.


    Für die Pfarrei
    Michael Paul, Pfarrer