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Die Kirche St. Remigius mit ihrem romanischen Westturm, dem spätbarocken Saalbau und ihrer historischen Ausstattung ist als Kulturdenkmal geschützt. Gerade das Zusammenspiel der unterschiedlichen Bauzeiten macht St. Remigius besonders: Der mittelalterliche Westturm, der barocke Kirchenbau und die historische Ausstattung bilden gemeinsam das geschützte Baudenkmal.
360° – Kirche virtuell betreten
360°-Panoramarundgang
Manchmal beginnt ein Weg zu Gott mit einem ersten Blick.
St. Remigius virtuell betreten, sich frei im Kirchenraum umsehen und Hochaltar, Orgel, Empore und besondere Details aus nächster Nähe entdecken.
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Unsere Gemeinde
Die Geschichte von St. Remigius reicht weit zurück. Der romanische Westturm stammt in seinen ältesten Teilen aus dem 12. Jahrhundert und ist damit wesentlich älter als der heutige Kirchenbau.
Die heutige spätbarocke Kirche entstand in den Jahren 1752 bis 1754. Am 4. Juli 1754 wurde sie durch den Speyerer Weihbischof Adam Buckel feierlich geweiht.
Patron der Gemeinde ist der heilige Remigius, Bischof von Reims. Auf dem Kirchplatz erinnert der Remigiusbrunnen an die Taufe König Chlodwigs I. durch Bischof Remigius.
Menschen für St. Remigius
Kirche lebt nicht nur von Mauern, sondern von Menschen. Hier sehen Sie, wer sich für die Gemeinde St. Remigius einsetzt und wer für Ihre Anliegen ansprechbar ist.
Pastoraler Ansprechpartner
Für die pastorale Begleitung der Gemeinde St. Remigius.

Pfarreirat
Diese Mitglieder vertreten Diedesfeld auf Ebene der gesamten Pfarrei.



Gemeindeausschuss
Der Gemeindeausschuss gestaltet und koordiniert das kirchliche Leben vor Ort.









Verwaltungsrat
Diese Mitglieder vertreten die Gemeinde bei den finanziellen, baulichen und organisatorischen Aufgaben der Pfarrei.


Rund um St. Remigius
Orte der Begegnung, des Lernens und des Gemeindelebens.
Pfarrheim
Direkt an die Kirche grenzt unser Pfarrheim an. Es befindet sich im ehemaligen Schulhaus und ist ein wichtiger Ort für Gruppen, Sitzungen, Feste und Begegnungen.
Kindertagesstätte St. Remigius
Zur Gemeinde gehört die katholische Kindertagesstätte St. Remigius in der Carl-Friedrich-Gies-Straße 27.
Zur Kindertagesstätte →Bücherei
Die Diedesfelder Bücherei steht allen offen, die Freude am Lesen haben. Bücher und weitere Medien können im Ort unentgeltlich ausgeliehen werden.
Zur Bücherei →Der Remigiusbrunnen
Auf dem Kirchplatz erinnert der Remigiusbrunnen an eine der bekanntesten Szenen aus dem Leben des Kirchenpatrons: die Taufe des Frankenkönigs Chlodwig durch Bischof Remigius.
So verbindet sich mitten in Diedesfeld die Geschichte des Ortes mit der Geschichte seines Patrons. Der Brunnen gehört deshalb ganz selbstverständlich zum Ensemble rund um St. Remigius.
St. Remigius erzählt
Die Geschichte eines Hauses, das nicht einfach stehen blieb – sondern immer wieder bewahrt wurde.
Eine Kirche, die stehen bleibt
Das ist ein Irrtum.
Eine Kirche steht nur dann, wenn sich Menschen darum kümmern, dass sie stehen bleibt.
Ein Turm mit langem Gedächtnis
St. Remigius in Diedesfeld ist dafür ein ziemlich gutes Beispiel. Und zwar schon seit sehr langer Zeit.
Wer vor St. Remigius steht, sollte zuerst einmal nach oben schauen. Zum Turm.
Seine ältesten Teile stammen aus dem 12. Jahrhundert. Das klingt zunächst beeindruckend. Es heißt aber auch: Wer achthundert Jahre alt ist, hat einen gewissen Reparaturbedarf.
Dieser Turm ist älter als die heutige Kirche. Er gehörte bereits zu einem früheren Gotteshaus und blieb stehen, als später neu gebaut wurde. 1511 wurde er erhöht. Seinen Turmhelm erhielt er erst später.
Wir sprechen gern davon, jemand habe eine Kirche „gebaut“. In Wahrheit bauen solche Kirchen viele Menschen. Über Jahrhunderte.
Der eine legt einen Grundstein. Der nächste baut weiter. Und wieder ein anderer muss irgendwann feststellen, dass das, was Jahrhunderte getragen hat, nun selbst getragen werden muss.
Geschichte ist selten so ordentlich, wie sie in Jahreszahlen aussieht.
1754 – die Kirche, die wir heute sehen
Im 18. Jahrhundert genügte die damalige Kirche schließlich nicht mehr. Also baute man neu.
1752 begannen die Arbeiten an dem spätbarocken Kirchenbau, den wir heute sehen. Der alte Turm blieb.
Schon zwei Jahre später war die neue Kirche fertig. Am 4. Juli 1754 wurde St. Remigius durch den Speyerer Weihbischof Adam Buckel feierlich geweiht.
An diesen Tag erinnert noch heute der Weihestein an der Außenseite des Chores.
Für uns ist 1754 eine Jahreszahl. Für die Menschen damals war es ein Tag, an dem sie ihre neue Kirche zum ersten Mal feierlich betraten.
Sie hatten geplant. Gebaut. Bezahlt. Vermutlich auch diskutiert.
Und am Ende stand dieses Haus.
Vielleicht hofften sie damals: Hoffentlich hält es lange.
Nun – bis heute hat es gehalten. Allerdings nicht ganz von selbst.
Was Generationen hinterlassen haben
Auch im Inneren trägt St. Remigius verschiedene Zeiten in sich.
Das große Hochaltarbild stammt aus dem Jahr der Kirchweihe, 1754, und wurde von Daniel Seitz geschaffen.
Wenig später, um 1760, entstand die prächtige Rokokokanzel. Von dort wurde über Generationen gepredigt.
Die Kanzel ist bis heute erhalten. Von den einzelnen Predigten wissen wir deutlich weniger. Vielleicht ist das für Prediger eine heilsame Erkenntnis.
1960 erhielt St. Remigius seine heutige Orgel aus der Werkstatt von Albert Reiser. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil wurde der Altarraum verändert. 1973 folgte eine umfassende Renovierung.
So ist diese Kirche eigentlich kein Gebäude aus einer einzigen Zeit. Sie ist ein Gespräch zwischen Jahrhunderten.
Als die Kirche selbst Hilfe brauchte
Irgendwann zeigte sich: Das Haus, das über Generationen Menschen Schutz gegeben hatte, brauchte nun selbst Schutz.
Und dann kam noch der Hausbock hinzu.
Nun kann man dem Hausbock keinen Vorwurf machen. Er handelt seiner Natur entsprechend. Das Problem beginnt erst dort, wo seine Natur auf einen historischen Dachstuhl trifft.
Über lange Zeit entstanden erhebliche Schäden am Holz. Hinzu kamen Feuchtigkeit und weitere Belastungen der alten Konstruktion.
Irgendwann war klar: Hier reicht kein neuer Anstrich. Hier muss grundsätzlich saniert werden.
Von 2016 bis 2021 blieb St. Remigius deshalb geschlossen.
Fünf Jahre.
Man kann einen Gottesdienst natürlich an einem anderen Ort feiern. Man kann Taufen, Hochzeiten und Trauerfeiern verlegen. Organisatorisch geht vieles.
Die Bilder mussten herunter
Besonders eindrucksvoll war das Schicksal der Deckenmalereien.
Wer heute nach oben schaut, könnte meinen, sie seien schon immer genau so mit dieser Decke verbunden gewesen.
Aber während der Sanierung mussten sie gerettet werden. Die alte Deckenkonstruktion konnte nicht einfach bleiben.
Also wurden die historischen Malereien sorgfältig gesichert und von ihrer bisherigen Unterlage gelöst. Später wurden sie auf neuen Trägern wieder an der erneuerten Decke befestigt.
Man kann sich das – sehr vereinfacht – vorstellen wie ein Bild, das man von einer Wand nimmt und anschließend wieder aufhängt.
Nur waren diese Bilder sehr groß. Sehr alt. Und unersetzlich.
Bewahren bedeutet nicht, alles so zu lassen, wie es ist. Manchmal muss man etwas verändern, damit das Wesentliche bleiben kann.
Was ist eine Kirche eigentlich wert?
Der Dachstuhl wurde grundlegend instand gesetzt. Geschädigte Balken wurden gesichert oder ersetzt. Das Dach wurde erneuert. Der Innenraum restauriert. Die Deckenmalereien gerettet.
Das alles kostete Geld. Viel Geld.
Bei historischen Gebäuden stellt sich dann zuverlässig die Frage: Lohnt sich das?
Die Gegenfrage müsste eigentlich lauten: Was würde es kosten, es nicht zu tun?
Nicht nur finanziell.
Was verliert ein Dorf, wenn eines seiner prägenden Gebäude verfällt? Was verliert eine Gemeinde, wenn der Ort verschwindet, an dem Generationen vor ihr getauft wurden, geheiratet, gebetet und Abschied genommen haben?
Viele Menschen haben diese Sanierung unterstützt. Mit Spenden, mit Engagement, mit Veranstaltungen und nicht zuletzt mit einer bemerkenswerten Geduld.
Und dann war da noch der Turm
Doch bevor in St. Remigius wieder alles so klingen konnte wie früher, musste zunächst der älteste Teil der Kirche gerettet werden: der Turm.
Auch dort hatten die Jahrzehnte und Jahrhunderte deutliche Spuren hinterlassen. Holzbalken waren durch Feuchtigkeit und Pilze geschädigt. Die Konstruktion musste gründlich untersucht und statisch gesichert werden.
Dazu kamen Dinge, an die beim Bau eines mittelalterlichen Turmes natürlich noch niemand gedacht hatte: Elektrik, Brandschutz und technische Anlagen.
Sie mussten erneuert und auf einen sicheren Stand gebracht werden.
Es hat eine gewisse Ironie: Ein Turm aus dem Mittelalter braucht moderne Elektrik. Historisches Holz begegnet moderner Statik. Jahrhundertealte Mauern treffen auf heutigen Brandschutz.
Aber genau so funktioniert Bewahren.
Nicht indem man ein Gebäude einfriert, sondern indem man ihm ermöglicht, weiterzuleben.
Und dann kam Ostern
Nach Jahren der Baustelle und nach der Sicherung des Turmes kam schließlich der Moment, auf den viele gewartet hatten.
Am 16. April 2022, am Abend des Karsamstags, feierte die Gemeinde wieder die Osternacht in St. Remigius.
Draußen wurde das Osterfeuer entzündet. Von dort zog die Gemeinde mit dem Licht in die Kirche.
Eigentlich hätte man für diese Rückkehr kaum ein passenderes Fest wählen können.
Denn Ostern erzählt davon, dass Dunkel nicht das letzte Wort hat. Dass nach einer langen Nacht wieder Licht kommt.
Und dann kam das Gloria.
Zum ersten Mal nach vielen Jahren des Schweigens erklangen wieder die Glocken von St. Remigius.
Vielleicht war genau das der Augenblick, in dem viele spürten: Jetzt ist die Kirche wirklich wieder da.
Ein Gänsehautmoment.
Man konnte die Rückkehr nicht nur sehen. Man konnte sie hören.
Die Glocken verkündeten in dieser Nacht nicht nur Ostern. Sie sagten dem ganzen Dorf: St. Remigius lebt.
Kulturdenkmal – aber kein Museum
St. Remigius steht unter Denkmalschutz. Der romanische Westturm, der spätbarocke Kirchenbau und die historische Ausstattung bilden gemeinsam ein Kulturdenkmal.
Das klingt zunächst sehr amtlich. Aber eigentlich bedeutet es etwas ganz Einfaches: Hier gibt es etwas, das nicht nur uns gehört. Etwas, das wir übernommen haben. Und das wir weitergeben sollen.
Denn St. Remigius ist trotz aller Geschichte kein Museum. In einem Museum bewahrt man Vergangenheit. In einer Kirche bewahrt man Vergangenheit und rechnet gleichzeitig mit Zukunft.
Wir haben diese Kirche von Menschen übernommen, deren Namen wir größtenteils nicht mehr kennen. Und irgendwann werden wir sie Menschen übergeben, deren Namen wir heute noch nicht kennen.
Seit Jahrhunderten wird dieses Haus weitergegeben.
Nicht unverändert.
Aber bewahrt.
Und hoffentlich noch lange nicht fertig.
Wer es vertiefen möchte
Informationen aus unserem Kirchenführer zu Geschichte, Ausstattung und besonderen Kunstwerken.
Patrozinium – der heilige Remigius
Der heilige Remigius war seit 458 Bischof von Reims. Das große Ereignis seiner Amtszeit war die Taufe des Frankenkönigs Chlodwig I. an Weihnachten 498. Anschließend begann Remigius verstärkt mit der Missionierung der Franken. Er starb 533 in Reims.
Altar und Ambo
Der Volksaltar besitzt ein Antependium mit einer Rokokokartusche aus der Kirche St. Anna in Kuhardt; es kam 1972 nach Diedesfeld. Der Ambo aus Messing wurde 1971/72 vom Ehepaar Nuding aus Clausen gefertigt.
Hochaltar
Der mächtige Hochaltar gehört zu den prägenden Kunstwerken der Kirche. Das Hochaltarbild mit Christus am Kreuz sowie Maria und Johannes wurde 1754 vom Maler Daniel Seitz geschaffen.
Die Figuren des heiligen Remigius und des heiligen Johannes Nepomuk stammen vom Neustadter Bildhauer Conrad Schmiegd.
Kanzel
Die elegante Rokokokanzel gehört neben dem Hochaltar zu den herausragenden Kunstwerken der Kirche. Sie steht in der Tradition der um 1760 vom kurpfälzischen Hof in Mannheim geprägten Kunst.
Orgel
Die Orgel besitzt einen dreiteiligen barocken Orgelprospekt. Das heutige Instrument verfügt über 29 Register und wurde 1960 von der Firma Albert Reiser gebaut.
Quelle: Kirchenführer der Katholischen Pfarrkirche St. Remigius Neustadt-Diedesfeld
